Bloomberg in London

Futuristische Zentrale auf römischen Ruinen

Das US-Medienunternehmen Bloomberg kann sich jetzt auch mit den Federn der römischen Antike schmücken. Seine nagelneue glitzernde Europa-Zentrale im Londoner Finanzviertel steht auf römischen Ruinen.
Update: 13.11.2017 - 00:53 Uhr Kommentieren
Licht-, Nebel- und Klangeffekte untersützen die Wirkung auf die Besucher bei der Besichtigung der Rekonstruktion eines 1800 Jahre alten Mithras-Tempels. Quelle: dpa
Unter der Bloomberg-Zentrale in London

Licht-, Nebel- und Klangeffekte untersützen die Wirkung auf die Besucher bei der Besichtigung der Rekonstruktion eines 1800 Jahre alten Mithras-Tempels.

(Foto: dpa)

LondonSieben Meter unter den pulsierenden Straßen der Londoner City können Besucher in die mysteriöse Welt des römischen Mithras-Kults eintauchen. Das neue unterirdische Museum beherbergt die Rekonstruktion eines 1800 Jahre alten Mithras-Tempels sowie Hunderte von römischen Artefakten, die bei Ausgrabungen im Rahmen der zehnjährigen Bauarbeiten für die neue Europa-Zentrale von Bloomberg entdeckt wurden. Das „London Mithraeum Bloomberg SPACE“ wird am 14. November eröffnet.

„Wir haben als Kommunikationsunternehmen unser perfektes Zuhause gefunden“, sagte Konzernchef Michael Bloomberg unter Hinweis auf die mehr als 400 hölzernen römischen Schrifttafeln, die im Untergrund ausgegraben wurden. Eine davon – ein Schuldschein datiert auf das Jahr 57 n.Chr. – belegt laut Bloomberg die „erste finanzielle Transaktion“ im römischen Londinium und gilt als das älteste handschriftliche Dokument Großbritanniens.

Bei den Ausgrabungen wurden insgesamt mehr als 14.000 Objekte gesichert, von denen rund 600 im Museum zu sehen sind. Dazu zählen Schmuck, Münzen, Mosaike, lederne Kinderschuhe und Fragmente von Holztüren und Treppen. Feucht-schlammige Bodenverhältnisse in Flussnähe haben laut Chefarchäologin Sophie Jackson dafür gesorgt, dass Objekte aus Holz, Leder und Textilien nicht nur überlebten, sondern auch „außerordentlich gut“ erhalten sind. „Dies ist einer der wenigen Orte in Europa, wo man römische Geschichte hautnah erleben kann“, sagte Jackson vor der Eröffnung.

Besucher steigen über drei Etagen in den höhlenartigen Mithras-Tempel hinab. Vom Ausstellungsbereich am Eingangslevel geht es hinab in einen „interaktiven“ Raum, wo sie sich digital mit der Geschichte und den Bräuchen der ausschließlich männlichen Anhänger des Mithras-Kults vertraut machen können. Auch die Geschichte der Ausgrabung des zirka 250 Jahre n.Chr. erbauten Londoner Mithras-Tempels, auf den Archäologen erstmals zufällig in den 1950er Jahren des damals noch kriegszerstörten London gestoßen waren, wird anschaulich erklärt.

Die größten Medienkonzerne der Welt
Keine Chance für die deutschen Medienkonzerne
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Die größten Medienkonzerne der Welt haben ihren Firmensitz fast ausnahmslos in ein und demselben Land – und es ist nicht Deutschland. Wie ein Ranking des Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik zeigt, liegen die deutschen Konzerne aus der Medienbranche abgeschlagen auf den hinteren Plätzen. Am besten schlägt sich da noch der Bertelsmann Konzern aus Gütersloh: Mit knapp 17 Milliarden Euro Jahresumsatz schafft es Bertelsmann auf Platz 15, im Vorjahr lag er noch vier Plätze weiter vorne. Das zweitstärkste deutsche Unternehmen ist der öffentlich-rechtliche Senderverbund ARD auf Platz 30, die Unternehmensgruppe ProsiebenSat.1 folgt auf Rang 48.

Platz 10: Altice Group
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Auf Platz zehn liegt noch nicht das Land, das das Ranking um die größten Medienunternehmen der Welt eigentlich dominiert. Hier liegt in diesem Jahr die niederländische Altice Group. Der börsennotierte Konzern hatte 2016 einen jährlichen Umsatz von 23,5 Milliarden Euro nachweisen können. Damit ist die Altice Group der einzige europäische Vertreter unter den zehn größten Medienunternehmen der Welt.

Platz 9: Facebook Inc.
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Wie erwartet gehört das Imperium um Mark Zuckerberg zu den weltweit größten Medienkonzernen – allerdings nur auf Platz neun im Ranking. Das Unternehmen, dem das soziale Netzwerk Facebook, die Videoplattform Instagram und den Messenger WhatsApp gehört, ist jedoch nur das amerikanische Schlusslicht im Ranking. Und das trotz eines Jahresumsatzes von 25 Milliarden Euro in 2016. Noch mehr Umsatz erzielen konnten fast nur andere amerikanische Firmen. Mit einer Ausnahme auf Platz acht...

Platz 8: Sony Entertainment
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... denn auf Platz acht liegt ein Unternehmen aus Japan – Sony Entertainment. Der Player in der Unterhaltungselektronik konnte im vergangenen Jahr 25,9 Milliarden Euro umsetzen. Für noch mehr Umsatz sorgten 2016 ansonsten nur noch US-amerikanische Firmen.

Platz 7: Charter Communications Inc.
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Charter Communications ist einer der größten Kabelbetreiber der USA. Im Jahr 2016 machte das Unternehmen Schlagzeilen mit der Übernahme von Time Warner Cable. Etwa 25 Staaten versorgt er mit Video-, Daten-, interaktiven und privaten Netzwerkdiensten. 26,2 Milliarden Euro konnte der Konzern 2016 umsetzen. Das macht ihn zum siebtgrößten Medienunternehmen der Welt. Platz sechs hält nur einen vergleichsweise geringen Vorsprung.

Platz 6: Time Warner Inc.
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Der Verkäufer ist trotzdem noch größer: Time Warner steht hinter dem Film- und Fernsehstudio Warner Bros., hinter dem Kürzel seiner Aktie „TWX“ und hinter dem Originalverlag der Superheldencomics Superman und Batman. Der internationale Konzern mit Hauptsitz im New York ist das sechstgrößte Medienunternehmen der Welt. Im vergangenen Jahr konnte Time Warner eine stolze Summe von 26,5 Milliarden Euro Umsatz nennen.

Platz 5: News Corp. & 21st Century Fox
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Es sind zwar mittlerweile zwei eigenständige Firmen, dennoch gehören sie zusammen: Der Zeitungs- und Buchverlag „News Corp.“ und der Film- und Fernsehkonzern „21st Century Fox“. Beide gehören zum Medienreich der amerikanischen Unternehmer Rupert und James Murdoch. Gemeinsam konnten die beiden Unternehmen im Jahr 2016 einen Umsatz von 32,2 Milliarden Euro erzielen und belegen somit Rang fünf im Ranking. Flagschiff des Verlags ist wohl das „Wall Street Journal“, zu „21st Century Fox“ gehört der Fernsehsender „Fox News“´, Amerikas kommerziell erfolgreichstes Nachrichtenprogramm.

Im Tempel-Raum in der unteren Etage wird mit Hi-Tech durch Licht-und Toneffekte dafür gesorgt, dass der Besucher sich in der Welt der Anbetung römischer Götter verliert. Die Wände und Säulen des Tempels erscheinen visuell im Dunstschleier des manipulierten Lichts, Laute von Ritualen, Gelächter, Gesang und Gelagen füllen den Raum. „Wir wollten, dass der Besucher das Gefühl hat, durch eine Zeitmaschine zu gleiten, und dann seinen eigenen imaginären Dialog mit diesen Ruinen führt“, sagte Co-Designer Jake Barton.

Die rund 4000 Bloomberg-Mitarbeiter in London sollen komplett bis Jahresende in die nach neuesten baulichen und umweltfreundlichen Vorgaben von Stararchitekt Norman Foster errichtete Zentrale umziehen. In dem Gebäude herrscht das Prinzip von Transparenz: Im Halbrund angeordnete „work stations“, runde Tische zum spontanen Austausch und Arbeitsflächen, die sich auf Knopfdruck in Stehpulte verwandeln. Und überall Ruhepunkte in Form von Kunst, Moos-Installationen, Wasserfällen und Aquarien als Merkmale der „Bloomberg-Kultur“, wie es bei einem Rundgang hieß.

  • dpa
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