BMG an Vivendi verkauft
Guter Tag für Bertelsmann

Guter Tag für Bertelsmann: Der Verkauf des Publishingverlages BMG ist unter Dach und Fach gebracht. Vivendi zahlt 1,63 Milliarden Euro für die Sparte. Damit kann Bertelsmann den Rückkauf seiner Firmenanteile von GBL finanzieren und einen Börsengang verhindern. Zudem konnte der Medienriese gute Zahlen für des erste Halbjahr vorlegen.

HB FRANKFURT. Der Gütersloher Medienkonzern Bertelsmann hat im ersten Halbjahr Umsatz und Ergebnis gesteigert. Dazu hätten Zukäufe und das starke operative Geschäft beigetragen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

„Bertelsmann ist mit Schwung in das Jahr gestartet. Unsere Geschäfte laufen gut, die Investitionsoffensive des vergangenen Jahres trägt sichtbar Früchte“, sagte Vorstandschef Gunter Thielen. Der Umsatz stieg von Januar bis Juni im Vorjahresvergleich um 14,5 Prozent auf 9,1 Mrd. Euro. Der Betriebsgewinn vor Steuern und Zinsen (Operating Ebit) legte um 8,9 Prozent auf 701 Mill. Euro zu. Der Konzerngewinn stieg wegen Steuereffekten nur leicht auf 339 von 330 Mill. Euro. Für das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen einen knapp zehnprozentigen Anstieg bei Umsatz und Ergebnis.

Für steigende Gewinne sorgte Firmenangaben zufolge die Fernsehtochter RTL Group mit gestiegenen Werbeeinnahmen und gute Geschäften mit Fernsehproduktionen. Nach einer Phase mit roten Zahlen schrieb auch der Bereich der Buchclubs (Direct Group) wieder Gewinne. Das Buchgeschäft (Random House) sowie der Medien- und Kommunikationsdienstleister Arvata hätten ihre Gewinne auf hohem Niveau stabil halten können, während der Verlag Gruner+Jahr etwas weniger als im Vorjahreszeitraum verdient habe. Im Musikbereich (BMG) habe die gute Entwicklung im Verlagsgeschäft den Rückgang im Tonträgergeschäft nur zum Teil ausgleichen können.

BMG Musikverlag an Vivendi verkauft

Wegen der Kosten von 4,5 Mrd. Euro für den Rückkauf eigener Aktien will Bertelsmann sich bis Ende 2007 mit Investitionen zurückhalten. Ab dem Jahr 2008 werde der Finanzspielraum aber wieder eine Milliarde Euro pro Jahr betragen.

Zur Finanzierung des Kaufs von 25 Prozent eigener Firmenanteile von der belgischen Groupe Bruxelles Lambert (GBL) verkaufte Bertelsmann seinen Musikverlag BMG Publishing für 1,63 Mrd. Euro an die französische Vivendi. Die Transaktion sei bereits von den Aufsichtsgremien beider Unternehmen genehmigt worden. Das Gütersloher Unternehmen erwartet den Eingang des Kaufpreises noch in diesem Jahr. Bertelsmann hat durch den Rückkauf eigener Aktien den Gang an die Börse verhindert.

Außerdem teilte Bertelsmann mit, sich mit seinem Konkurrenten Universal Music im Rechtsstreit um die Musiktauschbörse Napster geeinigt zu haben. Die Gütersloher zahlen eigenen Angaben zufolge 60 Mill. Dollar an Universal. „Diese Summe beinhaltet die Erstattung von Anwaltskosten und deckt sowohl die geltend gemachten Ansprüche der Universal-Tonträgergeschäfte und -Musikverlage als auch etwaige Ansprüche der BMG Music Publishing ab. Mit diesem Vergleich ist seitens Bertelsmanns in der Sache keine Schuldanerkenntnis verbunden“, teilte das Unternehmen mit. Bertelsmann hatte im Jahr 2000 ein Darlehen in Höhe von 60 Mill. Euro an die inzwischen geschlossene Tauschbörse Napster vergeben, die geplante Übernahme war allerdings gescheitert. Konkurrenten hatten Bertelsmann in den USA verklagt mit dem Vorwurf, den illegalen Vertrieb urheberrechtlich geschützter Musiktitel gefördert zu haben.

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