Bochum
Streit um Schließungszeitpunkt des Nokia-Werks

Nokia will sein Bochumer Handy-Werk bereits zum 30. Juni dieses Jahres schließen. Dagegen kämpft der Betriebsrat bei den Gesprächen über einen Interessenausgleich um eine längere Frist - möglichst bis zur Jahresmitte 2010.

HB DORTMUND. "Nokia plant ein schnelles Ende, die wollen zum 30. Juni das Licht ausmachen", sagte die Betriebsratsvorsitzende Gisela Achenbach am Freitag in Dortmund. Der Betriebsrat will Zeit bis zum 30. Juni 2010. Am Mittwoch hatten die Gespräche mit Nokia begonnen. Konkrete Ergebnisse gebe es bislang noch nicht.

Der Plan der Beschäftigten für eine Schließung sehe anders aus als der des Unternehmens, sagte Achenbach. Die Mitarbeiter wollten bis Ende des Jahres ihre Verträge behalten. Dann solle für ein Jahr eine Transfergesellschaft gegründet werden. Schwer vermittelbare Kollegen sollten anschließend noch ein weiteres halbes Jahr dort arbeiten. "So stellen wir uns eine soziale und verträgliche Schließung vor", sagte Achenbach.

Außerdem fordert der Betriebsrat Abfindungen für die Beschäftigten. "Bescheidenheit wäre hier fehl am Platz bei 7,2 Mrd. Euro Gewinn im letzten Jahr", sagte die Bevollmächtigte der Bochumer IG Metall, Ulrike Kleinebrahm. Konkrete Zahlen nannte sie nicht. "Wir wollen kein zweites BenQ, sondern erst Abfindungen und dann neue Arbeitsplätze."

Achenbach sagte, Ziel sei es, in Bochum einen Industriepark zu schaffen. Es hätten schon Firmen Interesse gezeigt. Die knapp 2 000 Beschäftigten hätten am Morgen bei ihrer Betriebsversammlung in der Westfalenhalle in Dortmund deutlich gezeigt, dass sie hinter diesem Kurs stünden. Weiter bei Nokia arbeiten wollten die wenigsten Beschäftigten: "Das Vertrauen in Nokia haben sie verloren", sagte Kleinebrahm. Die Produktion in Bochum sei bereits abgeflacht.

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