Börse beklagt fehlende Strategie
Anleger fordern von Intel deutlich härtere Einschnitte

Der US-Chiphersteller Intel will bis Ende nächsten Jahres 10 500 Stellen oder rund ein Zehntel seiner weltweiten Belegschaft abbauen. Insgesamt will der größte Computerchiphersteller der Welt seine Kosten um drei Milliarden Dollar verringern.

HB PORTLAND. Die Umstrukturierung soll nach Aussage von Intel-Chef Paul Otellini lediglich 200 Mill. Dollar kosten. Die Börse reagierte auf den Sanierungsplan mit einem Kursabschlag von knapp zwei Prozent. Während Analysten die Höhe der angepeilten Kostensenkung loben, kritisieren sie den Umfang des Personalabbaus als ungenügend und bemängeln, dass Konzernchef Otellini über die Schrumpfung hinaus keine neuen strategischen Karten auf den Tisch legt. „Alles soll weiterlaufen wie bisher, nur mit weniger Personal“, sagt Nathan Broockwood von der Marktforschungsfirma Insight 64.

Nach Jahren als unangefochtener Marktführer bei Computergehirnen verliert Intel seit ein paar Quartalen Marktanteile an den viel kleineren Rivalen AMD. Vor allem bei hochwertigen Chips für Server hat AMD mit modernerem Design die Nase vorn. Selbst Intels langjähriger Exklusivkunde Dell baut mittlerweile auch AMD-Chips in seine Computer ein. Entgegen den eigenen Prognosen enttäuschte Intel mit schwächelndem Umsatz und sinkenden Gewinnen. Otellini verordnete dem Unternehmen eine 90-tägige Generalrevision und begann mit der Entflechtung unprofitabler Konzernaktivitäten. So hat Intel die defizitäre Chipherstellung für Handys für 600 Mill. Dollar an die Marvell Technology Group verkauft und die Fertigung von Telekommunikations-Komponenten an Eicon Networks abgestoßen.

Durch die beiden Entflechtungen sowie durch den bereits verkündeten Abbau von Managementpositionen und durch normale Fluktuation will Intel in diesem Jahr die Zahl der Mitarbeiter um etwa 5 000 verringern. Betroffen seien dabei in erster Linie Management-, Marketing- und Technologiejobs. Der Abbau von weiteren 5 500 Stellen im kommenden Jahr werde auch Fertigung, Chipdesign und andere Bereiche treffen, heißt es. Intel werde auf Jahre hinaus beweglicher und effizienter, teilte Otellini mit.

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