Börse nahm die Übernahme zurückhaltend auf Pro Sieben macht sich weniger abhängig von TV-Werbung

Deutschlands größte Fernsehkette Pro Sieben Sat.1 ist künftig unabhängiger von den stark schwankenden Werbeeinnahmen.

HB MÜNCHEN. Mit der Übernahme der Euvia Media AG steigt bei dem TV-Konzern der Anteil der nicht werbeabhängigen Erlöse von knapp sieben auf etwa elf Prozent. Euvia besitzt den Quizkanal Neun Live, der von Gebühren aus Telefonanrufen der Zuschauer lebt – und das ziemlich gut. Pro Sieben folgt mit der Übernahmen einem momentanen Trend in der TV-Branche. Die meisten Sender versuchen, außerhalb der angestammten Geschäftsmodelle zu wachsen – sie wollen nicht mehr vom reinen Werbegeschäft leben, sondern suchen verlässliche Einnahmen aus anderen Segmenten.

Ziel von Pro Sieben Sat.1 ist es, in drei Jahren die Nicht-TV-Umsätze auf 15 Prozent zu steigern. Der Kauf von Euvia mit seinem Quizkanal Neun Live und dem Reisesender Sonnenklar ist nur der Anfang. Pro-Sieben-Chef Guillaume de Posch hat angekündigt, ins Bezahlfernsehen einzusteigen. Auch Konkurrent RTL plant ein eigenes Pay-TV-Angebot und forciert daneben das Einkaufsfernsehen.

Dass Deutschlands führende Privatsender ihr Geschäft auf mehrere Standbeine verteilen wollen, hat einen einfachen Grund: Die Werbeeinnahmen als Haupterlösquelle sprudeln längst nicht mehr so üppig wie noch vor einigen Jahren. So kletterte der Umsatz von Pro Sieben Sat 1 im vergangenen Jahr um magere 1,5 Prozent auf 1,8 Mrd. Euro. Nur durch Sparmaßnahmen gelang es dem Konzern, den Gewinn kräftig zu steigern.

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