Börsenabgang
Michael Dell erhöht Druck auf Anleger

Mit Hilfe eines Investors will Michael Dell sein Unternehmen von der Börse nehmen. Darüber sollen die Anleger am Mittwoch abstimmen. Die Wahler dürfte knapp für Dell werden. Doch der Unternehmer hat eine Idee.
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New YorkAm Mittwoch sollen Dell-Anleger über die Zukunft des Unternehmens entscheiden. Zuvor bekommen sie einem Bericht des „Wall Street Journal“ zufolge womöglich einen Anruf aus dem Lager des Unternehmensgründers Michael Dell. Er möchte den angeschlagenen Computer- und Druckerhersteller von der Börse nehmen und dann ohne den Druck der Finanzmärkte sanieren.

Doch dafür muss er die Investoren überzeugen. Zusammen mit der Beteiligungsgesellschaft Silver Lake bietet ihnen Michael Dell 24,4 Milliarden Dollar (18,6 Milliarden Euro) dafür, dass er wieder die Macht in dem Unternehmen bekommt, das er gründete. Zu wenig, finden einige. Rund 22 Prozent des Unternehmens liegen in den Händen von Anlegern, die öffentlich bekundet haben, gegen Dells Vorschlag zu stimmen.

Monatelang hatte Dell versucht, Investoren von den Vorteilen des Deals zu überzeugen. Doch Großinvestoren wie Carl Icahn sträubten sich hartnäckig. Deshalb wurde die Abstimmung, die eigentlich bereits in der vergangenen Woche stattfinden sollte, zunächst vertagt.

Das „Wall Street Journal“ berichtete nun unter Berufung auf informierte Kreise, dass sich Michael Dell in der Zwischenzeit persönlich mit Großanlegern getroffen hat. Zudem habe eine Firma, die auf Stimmrechtsübertragungen spezialisiert ist, im Auftrag der Dell-Spitze bei Einzelanlegern angerufen, die Dell-Papiere in ihrem Portfolio haben.

Hintergrund für diese Kleinarbeit ist unter anderem die Art und Weise, wie die Wahl bei der Hauptversammlung vor sich geht: Nicht abgegebene Stimmen zählen automatisch als „nein“. Dem „Wall Street Journal“ zufolge lag bei der Wahl am letzten Donnerstag für mehr als 20 Prozent der stimmberechtigten Dell-Anteile kein Votum vor.

Annika Reinert
Petrina Engelke
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin

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