Börsengang
Banken hofieren Alibaba

Angenehme Situation für den Online-Händler Alibaba: Sein möglicher Börsengang wird von vielen Investoren mit Spannung erwartet, hochrangige Funktionäre geben sich bei Firmen-Gründer Jack Ma die Klinke in die Hand.
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Der seit Facebook mit größter Spannung erwartete Börsengang des chinesischen Internet-Riesen Alibaba zieht Banken derzeit wie ein Magnet an. Bei der möglicherweise mehr als 16 Milliarden Dollar schweren Neuemission hoffen die Geldhäuser auf lukrative Geschäfte von mehreren hundert Millionen Dollar. Chefs einiger Wall-Street-Banken stehen Insidern zufolge deshalb Schlange bei Alibaba-Gründer Jack Ma. Das Unternehmen selbst hat offiziell noch keine Konsortialführer benannt, lässt aber Vorbereitungen für einen Börsengang –IPO im Fachjargon – erkennen. Und mit einer Reihe von Restrukturierungen macht sich Alibaba börsenfein.

Der einflussreiche JP-Morgan-Chef Jamie Dimon habe sich mit Ma im Rahmen eines China-Besuchs in der vergangenen Woche getroffen, sagt eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Im vergangenen Monat solle zudem Citigroup-Boss Michael Corbat Ma während einer Asien-Reise aufgesucht haben. Andere Top-Banker würden aus New York eingeflogen, um sich in Stellung zu bringen. Die Schweizer Bank Credit Suisse solle bei dem IPO eine führende Rolle spielen, hatte Reuters zudem kürzlich erfahren.

Hedgefonds-Manager Carl Huttenlocher, Gründer von Myriad Asset Management, schätzt, dass Alibaba – ein Online-Händler mit angeschlossenem Auktionshaus – auf eine Marktkapitalisierung von 150 bis 200 Milliarden Dollar kommen könnte. Den Banken würden 260 Millionen Dollar an Provisionen winken. Zum Vergleich: Facebook-Aktien stürzten nach dem IPO ab. Der Börsenwert des weltgrößten sozialen Netzwerkes summiert sich jetzt noch auf gut 57 Milliarden Dollar. In einer eigenen Liga spielt mit 405 Milliarden Dollar noch immer Apple, obwohl der iPhone- und iPad-Hersteller zuletzt Boden gegenüber Samsung eingebüßt hat und spektakuläre Produkt-Neuheiten fehlen.

Goldman Sachs buhlt unterdessen nicht nur mit Worten um die Gunst von Alibaba. Die US-Investmentbank griff dem Konzern zuletzt mit millionenschweren Krediten unter die Arme und hofft dadurch auf einen Auftrag. Eine mit der Situation vertraute Person sagte der ThomsonReuters-Publikation „Basis Point“, Goldman Sachs sei mit 500 Millionen Dollar Teil des insgesamt acht Milliarden Dollar schweren Kreditpools.

Der Alibaba-Börsengang wird frühestens Ende dieses Jahres erwartet. Er könnte größer werden als der Sprung von Facebook auf das Börsen-Parkett, der dem sozialen Netzwerk vergangenes Jahr satte 16 Milliarden Dollar einbrachte. In Finanzkreisen hieß es zuletzt, es würden wohl Geldhäuser ausgewählt, die ihre Kredite verlängert hätten. Vermutlich wird der Börsengang in Hongkong über die Bühne gehen.

Alibaba hatte vor kurzem Firmen-Urgestein Jonathan Lu zum Nachfolger von Konzern-Chef und -Gründer Ma ernannt. Der 48-jährige Milliardär Ma hatte im Januar angekündigt, sich von der Firmenleitung zurückzuziehen und einen Jüngeren ans Ruder zu lassen. Der laut der Forbes-Liste elftreichste Chinese will seinem Unternehmen aber als Verwaltungsratschef erhalten bleiben.

Alibaba ist profitabel und verdiente im vierten Quartal 642 Millionen Dollar – fast drei Mal soviel wie im Jahr zuvor. 2012 hatte der Konzern nach komplizierten Gesprächen für rund 7,6 Milliarden Dollar rund die Hälfte der Beteiligung des US-Internetpioniers Yahoo zurückgekauft, um die eigene Position vor dem Börsengang zu stärken. Yahoo hält aber noch immer 24 Prozent an Alibaba - ein momentan überaus lukratives Investment.

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