Börsengang
Bertelsmann wäre Dax-Anwärter

Nun kann Bertelsmann dem Börsengang doch nicht entgehen - Minderheitsaktionär GBL wird seine Anteile voraussichtlich Anfang 2007 versilbern. Analysten freut es, sie sehen in dem Neuzugang schon einen Kandidaten für den Dax.

FRANKFURT. Ein möglicher Börsengang macht Bertelsmann auf Anhieb zu einem Kandidaten für den Deutschen Aktienindex (Dax). Das ergeben Berechnungen des Handelsblatts hinsichtlich des Marktwertes und ein Vergleich mit den übrigen Dax-Mitgliedern. Analysten erwarten den Börsengang frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2006. Sie sehen in dem Medienkonzern eine Bereicherung für den Kurszettel und erwarten ein breites Anlegerinteresse.

„Das ist ein richtig spannender Wert, denn diese Branche haben wir noch gar nicht im Dax. Solche Stories bringen auch den Markt für weitere Börsengänge in Schwung“, gibt sich Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg überzeugt. Er erhofft sich von Bertelsmann mehr Qualität im Mediensektor und sieht das Unternehmen als Anwärter für den Dax.

In der Tat hat der Medienriese gute Chancen auf die erste deutsche Börsenliga. Der Dax ist traditionell mit Automobil- und Finanztiteln reich bestückt. Einen Medienwert gab es in ihm noch nie. Zwar hält DZ-Bank-Analyst Harald Heider es noch für zu früh, um konkrete Schätzungen über das Volumen der Emission abzugeben. Doch Bankexperten veranschlagen den Marktwert des Konzerns nach einem Blick auf die Bilanz auf jeden Fall im zweistelligen Milliarden-Euro-Bereich – er könnte bei 15 bis 20 Mrd. Euro liegen. Mit einem Volumen von sieben Mrd. Euro war der französische Staatskonzern Electricite de France (EdF) im vergangenen Jahr der größte Börsengang in Europa.

Börsenrelevant ist im Falle Bertelsmann allerdings nur ein Viertel des veranschlagten Marktwerts. Der belgische Großaktionär Groupe Bruxelles Lambert (GBL) hatte am Freitag bekannt gegeben, sein Paket von 25,1 Prozent an dem Gütersloher Konzern an der Börse platzieren zu wollen. Der Rest ist im Besitz der Stiftung Bertelsmann und der Familie Mohn – und wird es wohl auch bleiben. Das haben beide Eigner wiederholt betont. Zuletzt verwies Bertelsmann-Chef Gunter Thielen darauf am Freitag in einem Brief an die Mitarbeiter.

Vorausgesetzt die 25,1 Prozent gelangen an die Börse, dann käme Bertelsmann bei einem veranschlagten Gesamtwert von 15 bis 20 Mrd. Euro auf vier bis fünf Mrd. Euro. Allein dieser Wert ist maßgeblich, weil die Börse nur den freien Handel (Freefloat) berücksichtigt. Zum Vergleich: Premiere – der größte Börsengang im Medienbereich in jüngster Zeit – kommt auf einen Marktwert von 1,1 Mrd. Euro. Die Sendergruppe Pro Sieben Sat 1 schafft es auf zwei Mrd. Euro.

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