Börsengang der Speichersparte
Infineon leidet unter Qimonda-Flop

Der Münchener Chiphersteller Infineon muss in den nächsten Monaten den Gürtel enger schnallen. Statt der erhofften 550 Mill. Dollar aus dem Börsengang seiner Speichersparte Qimonda hat Infineon gestern in New York nur 82 Mill. Dollar eingenommen.

NEW YORK. Die Bilanz vom Mittwoch weckt Befürchtungen: „Der reduzierte Mittelzufluss dürfte der Wachstumsstrategie einen empfindlichen Dämpfer verpasst haben“, warnten gestern die Analysten der Landesbank Rheinland-Pfalz. Qimonda selbst erlöst für 42 Mill. Aktien aus einer Kapitalerhöhung 546 Mill. Dollar.

Der früheren Siemens-Tochter Infineon ist es nicht gelungen, bei einem Preis von 16 bis 18 Dollar je Aktie genügend Käufer für die Qimonda-Papiere zu finden. Deshalb musste sie den Ausgabepreis auf 13 Dollar senken. Angesichts des schlechten Marktumfelds sei nicht mehr drin gewesen, sagte Qimonda-Chef Loh Kin Wah in New York. Wegen des niedrigen Preises verzichtete Infineon zudem darauf, Anteile aus dem eigenen Bestand abzugeben. Ursprünglich wollte sich der Konzern von 21 Mill. Papieren trennen. Nun wurden nur 6,3 Mill. zusätzliche Aktien aus der Mehrzuteilungsoption verkauft. Derzeit halten die Bayern noch 86 Prozent an Qimonda.

Analysten zeigten sich über den niedrigen Preis schwer enttäuscht. „Per saldo hat sich unsere positive Erwartung hinsichtlich eines Börsengangs der Speichersparte nur sehr eingeschränkt bestätigt“, hieß es bei der Landesbank Rheinland-Pfalz.

Infineon-Chef Wolfgang Ziebart hätte die Millionen aus dem Börsengang gut gebrauchen können, denn das Unternehmen schrieb auch im vergangenen Quartal – wie so oft in den letzten Jahren – rote Zahlen. Gleichzeitig muss Infineon aber konstant in Forschung und Entwicklung sowie in Fabriken investieren, um im Wettbewerb mitzuhalten.

In New York bestritt Ziebart, dass das fehlende Geld aus der Emission Auswirkungen auf das Geschäft des größten europäischen Chipherstellers haben werde: „Wir haben derzeit keinen Finanzbedarf.“ Er beharrte darauf, dass er alle seine Pläne umsetzen könne. Ziel des Börsengangs sei es nicht gewesen, möglichst viel zu verdienen. Vielmehr gehe es um die strategische Ausrichtung. Der ehemalige Conti-Manager verspricht, dass sich Infineon und Qimonda getrennt besser entwickeln als gemeinsam.

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