Börsengang etwas in den Hintergrund gerückt
KDG will mit DigitalTV Premiere Konkurrenz machen

Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG) setzt auf das digitale Fernsehen und will damit dem PayTV-Sender Premiere Konkurrenz machen. Außerdem will KDG den breitbandigen Internetzugang ausbauen, teilte Konzernchef Roland Steindorf am Montag mit.

HB UNTERFÖHRING. Nach der geplatzten Fusion mit drei kleineren Konkurrenten setzt Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG) auf das digitale Fernsehen und macht damit dem PayTV-Sender Premiere Konkurrenz. Hinsichtlich eines möglichen Börsengangs gab sich Konzernchef Roland Steindorf zurückhaltender als noch zu Jahresanfang.

„Wir nehmen nichts auf die leichte Schulter“, sagte Steindorf am Montag in Unterföhring bei München mit Blick auf die ablehnende Haltung des Bundeskartellamts bei der geplanten Fusion der vier Anbieter. Die KDG wolle wachsen und setze nun auf das digitale Fernsehen sowie den Ausbau des breitbandigen Internetzugangs über das Kabel. Die Gesellschaft mit über zehn Millionen Kunden wolle sich vom reinen Transporteur von Programmen hin zur Medienplattform entwickeln. Steindorf räumte aber ein, dass KDG beim Internetausbau nicht das eigentlich im Falle der Fusion angestrebte Tempo gehen werde.

Die Kabel Deutschland GmbH hatte für 2,7 Milliarden Euro ish, iesy und Kabel Baden-Württemberg übernehmen wollen. Damit wäre im deutschen Kabelnetz wieder ein Monopol entstanden - wie bereits einmal unter dem Dach der Deutschen Telekom. Wegen klar ablehnender Signale des Bundeskartellamts hatte die KDG das Geschäft aber vergangene Woche abgesagt.

Steindorf bekräftigte, die Zahl der Digital-TV-Abonnenten von aktuell rund 120 000 solle sich bis Jahresende mehr als verdoppeln. Der Kabelbetreiber setzt dabei auf das am Montag gestartete Paket „Kabel Digital Home“, das Kunden 9 Euro monatlich kostet und 30 digitale Spartenkanäle sowie 47 Radiosender bietet. Darunter auch Sender wie „Bibel TV“, „Wein TV“ oder das britische Bildungsprogramm „BBC Prime“. Steindorf sprach von „hoch attraktiven Inhalten“ und kündigte für den Start „einen deutlich zweistelligen Millionenbetrag“ für den Start des Pakets an. Voraussichtlich im zweiten Quartal 2005 werde KDG zudem ein zusätzliches Erotik-Programm anbieten. In diesem Segment ist bereits Premiere mit „Blue Movie“ aktiv.

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