Börsenregeln verursachen Kosten: Vivendi kehrt Wall Street den Rücken

Börsenregeln verursachen Kosten
Vivendi kehrt Wall Street den Rücken

Der französische Medien- und Telekomkonzern Vivendi Universal (VU) will sich bis Ende des zweiten Quartals von der US-Börse zurückziehen, wo sie seit 2001 gelistet sind. Dadurch verspricht sich der Konzern eine Kostenersparnis, die das Unternehmen nicht näher beziffern wollte.

PARIS/ DÜSSELDORF. Auch deutsche Unternehmen beklagen hohe Kosten, doch mit Ausnahme des Graphitspezialisten SGL Carbon erwägt derzeit niemand den Rückzug.

VU plant, die in den USA ausgegebenen American Depository Shares (ADS) in Vivendi-Aktien zu tauschen. "Der Großteil der Anleger in den USA hält normale VU-Aktien, die in Paris notiert sind", begründete das Unternehmen den Schritt. Dieses so genannte Delisting ist aber erst der erste Schritt bei einem Rückzug von der US-Börse. Denn der Konzern bleibt weiter bei der Börsenaufsicht SEC registriert und muss sich deshalb den dortigen Börsenregeln unterwerfen und Bilanzen nach dem Standard US-Gaap erstellen. Gerade das gilt als besonders teuer. Insgesamt zahlen europäische Firmen für ihre US-Notiz jährlich mindestens drei Mill. Euro.

Mittelfristig strebt Vivendi daher eine so genannte Deregistrierung an. Damit wäre der Konzern nicht länger den US-Regeln unterworfen. Derzeit ist es faktisch unmöglich, von der SEC diese Befreiung zu erreichen. Die Firma müsste nachweisen, dass weniger als 300 US-Aktionäre Anteilsscheine besitzen. In Deutschland war dies bislang nur der angeschlagenen Softwarefirma Intershop gelungen.

Im Dezember 2005 hat die SEC allerdings Vorschläge unterbreitet, die Ausländern den Rückzug von der Wall Street erleichtern sollen. Dies soll möglich sein, wenn US-Investoren weniger als fünf Prozent der Aktien halten.

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