Boom in Schwellenländern
Online-Videos lassen Cisco wachsen

Der US-Netzwerkausrüster Cisco System profitiert von der rasant wachsenden Beliebtheit von Online-Videos. Nach einem Gewinnsprung von einem Viertel im abgelaufenen Quartal hob der Konzern seine langfristigen Wachstumsprognosen an. Nicht nur in den USA laufen die Geschäfte gut.

HB NEW YORK. Auch die leichte Konjunkturabschwächung in den USA trübte nicht die Zuversicht von Cisco-Chef John Chambers. „Videos treiben die Nachfrage nach Netzwerken und sind damit potenziell eine echte Killer-Anwendung“, sagte Chambers nach Vorlage der Zahlen am Dienstagabend. Derartige Angebote im Internet bedürfen eines schnellen Datenverkehrs. Viele Kommunikationsfirmen rüsten daher ihre Netze auf, wovon Cisco massiv profitiert. Das Unternehmen ist der weltweit größte Hersteller von Routern, die den Datenfluss im Internet steuern.

Die verstärkte Nachfrage nach moderner Netzwerkausrüstung trieb den Gewinn von Cisco im vergangenen Vierteljahr auf 1,9 Mrd. Dollar von 1,5 Mrd. Dollar vor einem Jahr nach oben. Der Umsatz im vierten Geschäftsquartal kletterte um 18 Prozent auf 9,4 Mrd. Dollar. Die Ergebnisse übertrafen die Markterwartungen. Die Aktien zogen daher außerbörslich um mehr als fünf Prozent an.

Auch für das laufende Quartal und das gesamte Geschäftsjahr bis zum Sommer 2008 gab sich Chambers zuversichtlich, die aktuellen Wachstumsprognosen zu übertreffen. Er sagte für das Vierteljahr einen Umsatzzuwachs von 16 Prozent und für das Jahr von 13 bis 16 Prozent voraus. Die Langfristprognose hob das Management auf zwölf bis 17 Prozent an von bislang angepeilten zehn bis 15 Prozent. Der Konzernchef wies ausdrücklich Befürchtungen einiger Anleger vor einem Dämpfer für die Cisco-Geschäfte im Zuge der US-Konjunkturschwäche zurück. „Ich bin erfreut zu sagen, dass unsere US-Geschäfte sehr gut laufen und zwar über alle Kundengruppen hinweg“, betonte er im Gespräch mit Analysten.

Chambers zufolge wird das Wachstum auch von einem Vordringen in neue Märkte angetrieben. So seien die Aufträge in Schwellenländern im vergangenen Quartal um fast 50 Prozent gestiegen. Auch neue Geschäftsfelder sorgten für höhere Erlöse. Cisco investierte zuletzt etwa im Bereich der Unterhaltungselektronik. So erwarb das Unternehmen im vergangenen Jahr den Hersteller von Kabelfernseh-Set-Top-Boxen, Scientific Atlanta. Dessen Umsätze seien um mehr als 30 Prozent gestiegen, erklärte Cisco.

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