Boulevard-Blätter in Deutschland stehen seit Jahren unter Druck
Springer erprobt „Bild“ als Abo-Zeitung

Der Berliner Axel Springer Verlag („Welt“, „Hörzu“) prüft, das Flaggschiff „Bild“ in größeren Umfang im Abonnement anzubieten. Europas größter Zeitungsverlag bereitet entsprechende Markttests in zwei Großstädten vor. Dabei soll Europas größte Boulevard-Zeitung für 1,20 Euro (inklusive Postvertrieb) angeboten werden. Dies erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen von „Bild“.

HAMBURG/DÜSSELDORF. Ein Springer-Sprecher sagte, es gebe keine Pläne „Bild“ flächendeckend im Abo anzubieten. Das Springer-Blatt bleibe eine Kaufzeitung. Ob „Bild“ aber in weiteren Märkten im Abonnement angeboten wird, wollte er nicht kommentieren. Der Berliner Konzern hatte erst vor einiger Zeit zaghafte Versuche gestartet, Bild im Abo zu positionieren. So hat Springer „Bild“-Lesern in Cottbus bereits ein Abonnement angeboten. Allerdings kostet die Zustellung von „Bild“ per Boten in der Lausitz doppelt so viel wie der Einzelverkauf. Das Experiment mit dem Abo in der ostdeutschen Provinz war nach früheren Verlagsangaben eine Gegenmaßnahme zur neuen Boulevard-Zeitung „20 Cent“, einem Tochterunternehmen der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck („Handelsblatt“, „Zeit“).

Mit dem Zusatzangebot, sich „Bild“ auch ins Haus liefern zu lassen, würde der Zeitungsriese einen Strategiewechsel bei seinem Flaggschiff einläuten. Bislang war das Massenblatt mit mehr als zwölf Millionen Lesern als reine Kaufzeitung in Deutschland positioniert. An den Kiosken kostet die Zeitung durchschnittlich rund 0,50 Cent, in einigen Gebieten 0,40 Cent.

Mit der verstärkten Einführung von Abonnements will Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender des Berliner Verlags, den Ertrag in der Zeitungssparte ausweiten. In den ersten neun Monaten 2004 erhöhte sich hier das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Firmenwertabschreibungen (Ebita) von 123,9 Mill. Euro auf 165,2 Mill. Euro. Der Zeitungsumsatz verbesserte sich im Berichtszeitraum um 4,5 Prozent auf 1,048 Mrd. Euro, wobei die Vertriebserlöse um 3,6 Prozent auf 527,7 Mill. Euro kletterten.

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