Branchenmesse
Mobilfunker feiern in der Krise

Wer in Sachen Trends und Strategien der Mobilfunker auf dem neuesten Stand sein will, der muss jetzt nach Barcelona. Auf der weltgrößten Branchenmesse Mobile World Congress sonnt sich ab heute die Mobilfunkbranche wieder in ihrem eigenen Glanz. Die Branche ist fest entschlossen, der Rezession ein Schnippchen zu schlagen.

BARCELONA. Das Treffen ist ein Who-is-Who der Szene – nahezu alle Chefs der globalen Riesen geben sich die Ehre – vom neuen Vodafone-Chef Vittorio Colao über Nokia-Boss Olli-Pekka Kallasvuo bis hin zu Microsoft-Chef Steve Ballmer. Sie inszenieren sich in den Messehallen und den obligatorischen Parties auf Yachten und in den Palais der katalanischen Metropole alljährlich als Motor des Fortschritts.

Auch im Jahr der Krise – und das mit einigem Recht. Die Branche gehört nach Einschätzung der meisten Ökonomen zu den wenigen Zweigen, die das globale Tal der Tränen halbwegs lächelnd durchschreiten könnten. Der Mobilfunk ist längst zum Alltagsgut geworden und gilt als ebenso defensiv wie etwa Energieversorger.

Das heißt aber nicht, dass der Abschwung gar keine Spuren hinterlassen wird. „Die Rezession wird einen Schatten über die Mobile World 2009 werfen“, erwartet Pete Nuthall vom Marktforscher Forrester. Die Unternehmensberatung Arthur D. Little hat im vergangenen November 100 Firmen der Branche befragt und festgestellt: „Die meisten Unternehmen gehen davon aus, dass die Telekombranche widerstandsfähiger ist als andere Branchen, dennoch sieht eine große Anzahl der Befragten, vor allem der Westeuropäer, den Abschwung als ernsthafte Gefahr.“ Die Angst ist aber nicht überall gleich groß. Den meisten Grund zur Sorge haben Handy-Hersteller. Analysten werten sie als ähnlich anfällig wie Produzenten von Elektronik-Gütern. So können Nutzer den Kauf des neuesten Modells problemlos ein oder zwei Jahre aufschieben. Die erste Schockwelle hat die Produzenten schon erreicht.

Unsicherheit umgibt auch Ausrüster wie Ericsson oder Alcatel-Lucent. Sie hängen am Tropf der Netzbetreiber. Nur wenn die sich trauen, trotz Krise in die Aufrüstung ihrer Netze zu investieren, klingeln die Kassen der Ausrüster.

Doch auch diese Wette ist nicht sicher. Die Welt von Netzbetreibern wie Vodafone ist zwar noch die heilste der Branche: Die Fachwelt ist sicher, dass ihre Umsätze nur marginal sinken werden. Dennoch gehen viele Experten davon aus, dass sie große Investitionen in der Krise zurück fahren, um in Zeiten von teuren Krediten auf Nummer sicher zu gehen. „Die größten Investitionen der Netzbetreiber – die Aufrüstung der Netze – werden verzögert, weil 2009 das bislang härteste Jahr für die europäische Mobilfunkbranche wird“, sagt Forrester-Experte Nuthall.

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