Brettspiel „Finanzkrise“
Wie ich fast ganz Griechenland privatisierte

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„Hey, mir gehört der Eiffelturm“

Handelsblatt Online hat das in der Entwicklungs-Phase befindliche Spiel getestet (siehe Bildergalerie für ein paar Beispielmechanismen). Die Regeln sind komplexer als die von „Siedler von Catan“, umfassen aber jedoch nicht mehr als acht DINA4-Seiten. Nach ein wenig Einarbeitungszeit gehen die Mechanismen gut von der Hand, bilden dafür aber die Realität nicht immer ganz originalgetreu ab.

Es gibt zum Beispiel keinen Interbankenmarkt – Anleihen können nicht untereinander gehandelt werden –, Rettungsschirme wie EFSF und ESM tauchen nur implizit auf, und die Troika aus EZB, EU und IWF wird zum Auktionator degradiert, der lediglich Staatseigentum an Höchstbietende versteigern darf. Galgor räumt ein: „Ich musste an vielen Stellen abstrahieren, vereinfachen und überspitzen, damit es ein gutes Spiel wird.“

So hatte er zuerst für jede politische Partei ein eigenes Reform-Kartenset entworfen. „Wenn die Sozialisten zum Beispiel harte soziale Einschnitte durchgesetzt haben, hat das die Bürger viel unzufriedener gemacht, als wenn es eine konservative Partei getan hätte“, erklärt der Entwickler und lässt den Bezug zur Agenda 2010 durchscheinen. „Allerdings war das alles viel zu komplex und unspielbar.“

Vor zwei Jahren hat er zusammen mit Freunden mit der Entwicklung begonnen, seitdem hat sich viel getan: „In meinem ersten Entwurf hatte ich noch die Namen von echten Staatsbetrieben benutzt. Die kannte aber kein Mensch. Jetzt kann man den Eiffelturm und die Guinness-Brauerei ersteigern. Es ist einfach witziger, wenn man sagen kann: ‘Hey, mir gehört der Eiffelturm.’”

Kaufen kann man „Finanzkrise“ noch nicht, auf der englischsprachigen Brettspiel-Website boardgamegeek.com gibt es jedoch schon die Anleitung (Login erforderlich). Die ersten Prototypen haben Galgor und seine Kollegen mit viel Handarbeit selbst gebastelt. Wer auf dem Laufenden gehalten werden möchte, schreibt einfach eine Mail an doppeldenk-spiele@posteo.de.

Im Frühjahr 2015 will der Doppeldenk-Verlag eine Crowdfunding-Kampagne starten, und im Juni könnte das Spiel im Handel erhältlich sein – „aber alles unter Vorbehalt“, so Entwickler Galgor. „Aber auch wenn es länger dauert, macht das nichts. Das Thema bleibt bestimmt noch eine ganze Zeit lang aktuell.“

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Wie ich fast ganz Griechenland privatisierte

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„Hey, mir gehört der Eiffelturm“

Steffen Daniel Meyer
Steffen Daniel Meyer
Handelsblatt Online / Social-Media-Redakteur

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