Briefdienste
TNT schmiedet Bündnis mit Holtzbrinck

Der niederländische Postkonzern TNT und die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck schließen sich zusammen - und steigen damit zum größten Konkurrenten der Deutschen Post auf. Mit einer Beteiligung an 13 regionalen Briefdiensten der Verlagsgruppe will die TNT-Post den Briefmarkt aufmischen.

DÜSSELDORF. Der niederländische Postkonzern TNT und die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck schließen sich zum größten Konkurrenten der Deutschen Post zusammen. Die deutsche Tochter TNT Post beteiligt sich an 13 regionalen Briefdiensten der Verlagsgruppe. Gemeinsam kommen sie auf einen Umsatz von rund 370 Mio. Euro im Jahr. Die Deutsche Post erzielt knapp 15 Mrd. Euro Umsatz im Briefgeschäft.

Obwohl es angesichts der Unsicherheit über den Post-Mindestlohn und die Mehrwertsteuerbefreiung der Deutschen Post noch keinen fairen Wettbewerb gebe, so TNT-Vorstand Harry Koorstra, sichere und stärke diese strategische Partnerschaft die Stellung der alternativen Anbieter. Gemeinsam erreichen sie künftig 40 Prozent aller Haushalte mit eigenen Zustellern, mit weiteren Kooperationspartnern 90 Prozent.

TNT Post und Holtzbrincks Briefunternehmen ergänzten sich ideal, Überschneidungen gebe es nicht, sagte Marc Zeimetz von der Verlagsgruppe, die sich kürzlich erst von verschiedenen Print-Titeln getrennt hat, darunter das Handelsblatt. TNT erwirbt zwei Beteiligungen in Berlin und Brandenburg in Höhe von 50 Prozent sowie Minderheitsbeteiligungen von 25,1 Prozent in den Regionen Saarbrücken, Freiburg, Konstanz, Trier, Cottbus und Würzburg. Holtzbrinck hatte vor einiger Zeit wesentliche Teile der insolventen Pin Group zurückgenommen, die zuvor an den Zeitungsverlag Axel Springer verkauft worden waren. Laut TNT erzielten die Holtzbrinck-Briefdienste 2008 einen Umsatz von 116 Mio. Euro. TNT Post kam auf 250 Mio. Euro und schreibt nach älteren Angaben rote Zahlen. Teile der Holtzbrinck-Dienste, besonders die Berliner Firmen, gelten als profitabel.

Die Beteiligung von TNT werde sich kurzfristig nicht negativ für die Deutsche Post auswirken, meinte ein Commerzbank-Analyst. Allerdings dürfte langfristig der Druck auf den Gewinn steigen. TNT Post habe damit die Qualität seines Netzwerks verbessert, meinte der Hamburger Berater Horst Manner-Romberg.

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