Britischer Konzern kappt weitere1 500 Stellen und trennt sich von vielen Künstlern - Aus für zwei große Presswerke
Bei Emi spielen die Kostenstreicher auf

Der britische Musikriese Emi plc speckt weiter ab. Der Konzern, der bereits in den vergangenen zwei Jahren ein Sanierungsprogramm mit Stellenabbau gefahren hat, wird weitere 1 500 Arbeitsplätze streichen und zahlreiche Künstler – überwiegend in Europa – vor die Tür setzen. Emi verkauft die eigene CD-Produktion in Europa und schließt ein Werk in den USA.

LONDON. Langfristig erwarte man jährlich Einsparungen von 50 Mill. £ (75 Mill. Euro), teilte der Konzern in London mit. In den vergangenen zwei Jahren hat Emi mit dem Abbau von 1 900 Stellen die Kosten um 100 Mill. £ reduziert. Insgesamt wird die neue Sparrunde das Ende März abgelaufene Geschäftsjahr mit 155 Mill. £ belasten. Dennoch jubelte die Börse: Der seit Jahren schwächelnde Emi-Kurs kletterte zunächst um 7,5 %.

Der Konzern reagiert damit erneut auf die anhaltende Krise der gesamten Musikindustrie. Die Umsätze der fünf großen Rivalen Universal, Sony, Warner, BMG (Bertelsmann) und Emi gehen seit Jahren zurück. Vor allem Raubkopien und das Herunterladen von Musik aus dem Internet haben die Labels unter Druck gesetzt. Aber auch Managementfehler wie teure Starverträge und die zögerliche Reaktion auf die Entwicklung der Online-Musik sehen Experten als Problem. „Wir glauben, dass fast die Hälfte des Rückgangs am weltweiten Musikmarkt mit anderen Problemen und nicht mit Musikpiraterie zusammenhängt“, sagt die Londoner Medienanalystin Sarah Simon von Morgan Stanley. Die Konsumenten seien momentan einfach nicht bereit, viel Geld für Musik auszugeben.

So ist der weltweite Branchenumsatz in den vergangenen fünf Jahren um fast 10 Mrd. $ auf 30 Mrd. $ gesunken. Die Branche hat darauf bislang vor allem mit Fusionen und Sparprogrammen reagiert. So planen Sony und BMG eine Partnerschaft, auch Emi hat schon mit allen Rivalen verhandelt – doch stets platzte am Ende die rettende Musik-Ehe.

Alain Levy, als Sanierer vor knapp drei Jahren an die Spitze der Plattenproduktion geholt, setzt darum auf Sparkurs. Der Franzose hatte bereits kurz nach Amtsantritt für Schlagzeilen gesorgt, als er den Vertrag mit US-Popstar Mariah Carey gegen eine Einmalzahlung von 32 Mill. Euro auflöste. Analysten bezweifeln jedoch, dass Emi mit Sparen allein in der Krise überleben kann. Allerdings sei es besser, aktiv zu werden, als darauf zu warten, dass sich die Lage langsam wieder bessern werde, meint Kingsley Wilson, Analyst bei Investec Securities.

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