Broadcom und Qualcomm 120 Milliarden Dollar für den größten Handychip-Hersteller der Welt

Es wäre der größte Tech-Deal aller Zeiten: Der Chipkonzern Broadcom bietet im zweiten Anlauf mehr als 121 Milliarden Dollar für den Rivalen Qualcomm.
Update: 05.02.2018 - 14:39 Uhr Kommentieren
Qualcomm: Broadcom startet zweiten Versuch für Milliardenfusion Quelle: dpa
Begehrter Rivale

Der Chipkonzerns Qualcomm könnte von Broadcom übernommen werden.

(Foto: dpa)

New YorkDer US-Chipkonzern Broadcom will mit einem verbesserten Angebot die Übernahme des Rivalen Qualcomm in trockene Tücher bringen. Die Offerte sei um 24 Prozent auf mehr als 121 Milliarden Dollar aufgestockt worden, teilte Broadcom am Montag mit. Es wäre der größte Technologie-Deal aller Zeiten.

Damit werden nun in etwa 82 Dollar je Qualcomm-Aktie geboten, was einem Aufschlag von fast einem Viertel auf den Schlusskurs von Freitag entspricht. Die bisher vorgeschlagenen 70 Dollar je Anteilsschein hatte Qualcomm als zu niedrig zurückgewiesen. Zudem hatte der weltgrößte Hersteller von Handychips immer wieder vor wettbewerbsrechtlichen Schwierigkeiten im Falle eines Zusammenschlusses gewarnt.

Außerdem bietet Broadcom dem Qualcomm-Verwaltungsratschef Paul Jacobs und einem weiteren Vertreter der Firma einen Platz im Führungsgremium des fusionierten Unternehmens an. Broadcom versucht zudem mit weiteren Ankündigungen, Bedenken hinsichtlich der Finanzierung oder Auflagen der Regierung zu zerstreuen.

Broadcom erhöht mit der aufgehübschten Offerte auch den Druck auf Qualcom, nun entweder die parallel laufende 38 Milliarden Dollar schwere Übernahme des niederländischen Wettbewerbers NXP Semiconductors durchzubringen oder an den Nagel zu hängen. NXP gehörte einst zu Philips.

Beide Firmen beliefern vor allem Mobiltelefon-Hersteller und zählen Apple zu ihren wichtigsten Kunden. Fachleute gehen davon aus, dass Broadcom auch eine feindliche Übernahme auf den Weg bringen kann.

Broadcom, der weltweit größte Hersteller von Handychips, wirbt zudem mit der Aussicht auf sprudelnde Gewinne um die Aktionäre. Ende Januar verhängte die EU-Kommission allerdings gegen Qualcomm wegen Verstößen gegen Wettbewerbsregeln eine Strafe in Höhe von 997 Millionen Euro. Zudem liefert sich der Konzern seit Monaten einen Rechtsstreit mit seinem wichtigen Kunden Apple.

In der Chipbranche, in der die einzelnen Hersteller hohe Entwicklungskosten tragen, grassiert seit einiger Zeit das Fusionsfieber. So hat Broadcom noch nicht den 5,5 Milliarden Dollar schweren Kauf von Brocade abgeschlossen. Qualcomm selbst befindet sich derzeit mitten in der 38 Milliarden Dollar schweren Übernahme des niederländischen Chipanbieters NXP, der einst zu Philips gehörte. Die EU-Kommission hat dem geplanten Geschäft jüngst unter Auflagen zugestimmt. Ob die Übernahme wirklich zustande kommt, gilt allerdings als fraglich.

Die Qualcomm-Aktie verlor vorbörslich drei Prozent, für das Broadcom-Papier ging es zwei Prozent nach unten. „Unserer Meinung nach ist das ein verlockendes Angebot. Qualcomm steht vor einer schwierigen Entscheidung“, sagte Analyst Daniel Ives von GBH Insights.

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