Bruce Harreld ist der oberste Stratege des IT-Kolosses
Fährtensucher für die Zukunft von IBM

Das Büro von Bruce Harreld befindet sich in jenem Gang des IBM-Headquarters, in dem die Mitarbeiter sicherheitshalber den perfekten Sitz der Krawatte nochmals überprüfen, bevor sie an eine der massivem Holztüren klopfen. Am Ende des Ganges liegt der Boardroom, in dem alle wichtigen Entscheidungen fallen.

ARMONK. Schräg gegenüber das Büro von IBM-Chef Sam Palmisano. Die räumliche Nähe hat ihren Grund: „Wenn die IT-Industrie über ihre Zukunft redet, schaut sie auf IBM. Und wenn IBM-Chef Palmisano einen Blick in die Kristallkugel werfen will, geht er zu Bruce Harreld“, schrieb eine amerikanische Zeitschrift über den 54jährigen Ingenieur und Harvard- Absolventen.

Dabei ist Harreld weder Informatiker, noch gehört er zu den den Visionären des Silicon Valley, die sich Anfang der neunziger Jahre anschickten, in Jeans und Turnschuhen Milliarden zu scheffeln. Zu dieser Zeit arbeitete Harreld noch bei Boston Chicken, einer heute gestrandeten Franchise-Kette für Restaurants und Supermärkte in den USA. Zu IBM kam Harreld durch Ex-IBM-Chef Lou Gerstner, der Mitte der neunziger Jahre Manager außerhalb des Konzerns einkaufte, um die schwer angeschlagene IBM vor dem drohenden Ruin und der geplanten Aufspaltung zu retten.

„Wir wollen in den von uns adressierten Märkten relevant sein“, lautet im IBM-Slang die Lehre aus dem Trauma, Anfang der neunziger Jahre durch den Fortschritt um Haaresbreite aus dem Markt gedrängt worden zu sein. Heute ist IBM mit rund 330 000 Mitarbeitern der größte IT-Konzern der Welt und in vielen Bereichen wie IT-Dienstleistung Weltmarktführer, ein Sektor in dem neben Software das meiste Geld verdient wird.

Doch für Harreld hat sein Job wenig mit Kristallkugeln und Magie zu tun. „Es geht schlicht darum, die Felder in der Computerbranche zu erkennen, in denen die künftige Wertschöpfung stattfinden wird“, analysiert der Stratege nüchtern. Wie man das macht, lernte Harreld in der harten Lebensmittel- und Gastroindustrie. Seine ersten Schritte als Manager machte er bei Kraft.

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