Buch „Google vs. Apple“
Wie das iPhone das Licht der Welt erblickte

Wenn aus Freunden Rivalen werden: Google und Apple verstanden sich blendend, bis beide Konzerne in den Smartphone-Markt drängten. Ein Buch erzählt die Geschichte von iPhone und Android im Stile eines Beziehungsdramas.
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DüsseldorfDie Revolution begann mit einem Taschenspielertrick. Als Steve Jobs im Januar 2007 das erste iPhone vorführte, funktionierte das Gerät kaum. Die Ingenieure und Programmierer von Apple hatten bis zur Präsentation nicht mehr als einen Prototypen fertiggestellt, der abstürzte, wenn man die Funktionen in der falschen Reihenfolge ausführte. Sie legten deswegen einen „goldenen Pfad“ fest, auf dem der Apple-Chef bleiben sollte, um Pannen zu vermeiden. Es grenzte an ein Wunder, dass alles gelang.

Mit Anekdoten wie dieser schildert der amerikanische Technologiejournalist Fred Vogelstein, wie Apple das Handy neu erfand – und dabei mit dem befreundeten Internetkonzern Google in Streit geriet, der selbst an einem Betriebssystem für mobile Geräte arbeitete. „Google vs. Apple“ heißt sein Buch denn auch, das seit kurzem auf Deutsch erhältlich ist.

Es gehe um mehr als Smartphones, betont der Autor, der regelmäßig für das US-Magazin „Wired“ schreibt: Es handle sich um den „prägenden Unternehmenskampf einer Generation“, einen „Krieg der Plattformen“. Denn die Konzerne kontrollierten auch den Zugriff auf die Dienste im Netz. „Der erbitterte Kampf ums mobile Netz und die Revolution der Medienwelt“, lautet daher der Untertitel. Vogelstein liefert auf 280 Seiten detaillierte Einblicke in die beiden Firmen, allerdings etwas vage Ausblicke auf die Entwicklung der Branche.

Der Journalist geht bei seiner Recherche mehrere Jahre in die Vergangenheit zurück. Im Führungszirkel von Apple war ein Handy seit dem Start des iPod 2001 immer wieder ein Thema. Man scheute aber vor der Entwicklung zurück, weil die Hardware noch nicht so weit, das Mobilfunknetz noch nicht ausreichend ausgebaut war und die Netzbetreiber die Gestaltung von Handys dominierten – eine Abhängigkeit, die Apple-Chef Steve Jobs ein Graus war. Als aber Nokia, Motorola & Co. in ihre Geräte Musikfunktionen einbauten und so dem iPod Konkurrenz machten, ließ sich der zaudernde Manager überzeugen.

Die Aufgabe war exorbitant. Der damalige Apple-Manager Tony Fadell, inzwischen mit seinem Smart-Home-System Nest bei Google tätig, verglich sie mit der ersten Mondmission. Noch nie zuvor kam so ein Touchscreen in einem Verbraucherprodukt zum Einsatz. Auch die Software für die kleinen und nicht besonders leistungsfähigen Geräte anzupassen, war höchst anspruchsvoll. Und nicht zuletzt fehlte Apple die Erfahrung mit Mobilfunkantennen und störrischen Netzbetreibern.

Doch auch ein anderer Konzern hatte die Handybranche ins Visier genommen: Google übernahm 2005 das Start-up Danger samt dessen Gründer Andy Rubin. Sein Betriebssystem Android war gewissermaßen eine Lebensversicherung für den Internetkonzern. Es sollte verhindern, dass der große Rivale Microsoft mit seinem Windows CE die Mobilfunkwelt erobern und Google das Suchgeschäft streitig machen würde.

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Steve Jobs fühlte sich betrogen

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