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30.10.2008 
Digitales Buch-Archiv

Buchhändler kritisieren Google-Deal

von Hans Schürmann

Die Einigung zwischen den US-Verlegern und dem Suchmaschinen-Giganten Google über ein digitales Buch-Archiv betrifft auch deutsche Autoren. Jetzt melden sich die Händler zu Wort und äußern scharfe Kritik an der Übereinkunft.

In der Kritik: Die Pläne von Google zu einem digitalen Buch-Archiv treffen nicht nur auf Zustimmung. Foto: APLupe

In der Kritik: Die Pläne von Google zu einem digitalen Buch-Archiv treffen nicht nur auf Zustimmung. Foto: AP

DÜSSELDORF. Die Deutschen Buchhändler haben die Einigung der US-Verleger mit dem Internetkonzern Google scharf kritisiert. Die Vereinbarung gleiche einem "Trojanischen Pferd", mit dessen Hilfe Google anstrebe, die weltweite Wissens- und Kulturverwaltung zu übernehmen, erklärte der Börsenverein des Buchhandels gestern Abend. Die US-Vereinbarung nehme den Urhebern ihre Rechte.

Google hatte zuvor einen mehrjährigen Streit mit US-Verlegern um seine Buch-Suche beigelegt, für die er Millionen von Büchern einscannen will. Google werde im Rahmen der Vereinbarung insgesamt 125 Mio. Dollar zahlen, teilte der US-Verlegerverband AAP am Dienstagabend mit. Damit sei die gut drei Jahre alte Urheberrechts-Klage der Buchbranche vom Tisch. Teil der Einigung sei zudem ein Plan, in Zukunft digitalisierte Bücher - auch mit Hilfe von Google - über das Internet zu vertreiben.

Von dem Vergleich des Suchmaschinengiganten Google mit der amerikanischen Buchbranche könnten auch Verlage und Autoren in Deutschland profitieren. Darauf wies gestern ein Sprecher des Internetkonzerns in einer Telefonkonferenz hin. Voraussetzung sei allerdings, dass die Werke auch in den USA veröffentlicht wurden oder in US-Bibliotheken zu finden sind.

Verlage und Autoren aus Deutschland können ihre Rechte aus der Sammelklage in den USA anmelden. Die Einigung sieht vor, dass die Rechteinhaber zunächst für das Einscannen des Buchs eine Pauschale erhalten. Weitere Zahlungen seien dann von den Zugriffszahlen abhängig.

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