Buchkonzern
Random House rechnet mit Umsatzplus

Der weltgrößte Buchkonzern, Random House, rechnet mit einem weiteren Umsatzwachstum. Selbstbewusst verkündet der Konzernchef Markus Dohle für 2011 neue Rekordzahlen.
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Düsseldorf

"Der Buchmarkt ist durchaus stabiler durch die Krise gekommen als die meisten anderen Medienmärkte. Wir rechnen mittelfristig mit insgesamt stabilen bis leicht wachsenden Buchmärkten", sagte Random-House-Vorstandschef Markus Dohle in einem Interview des Bertelsmann-Intranets, das dem Handelsblatt vorliegt.

Dohle prognostiziert einen rasant steigenden Anteil digitaler Umsätze. Derzeit hat der Konzern 25.000 E-Books im Programm. Dohle prognostiziert, dass sein Konzern im Jahr 2015 in den USA bereits 50 Prozent seines Umsatzes mit elektronischen Büchern machen werde. Europa hinke nach seiner Einschätzung drei bis fünf Jahre hinter der Entwicklung in den USA hinterher.

Random House, Tochter des Medienriesen Bertelsmann, besteht aus 200 Verlagen. In Deutschland gehören zum Imperium der Bertelsmann-Tochter Häuser wie Heyne, DVA, Siedler und Hörverlag. Im Jahr 2009 erzielte der Konzern mit seinen 5.400 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,7 Milliarden Euro und einen operativen Betriebsgewinn (Ebit) von 137 Millionen Euro. Am nächsten Dienstag wird Bertelsmann seine Bilanz vorlegen.

Dohle verspricht für Random House neue Rekordzahlen. "Die Bilanz des Jahres 2010 lässt sich mit einem einzigen Wort beschreiben: exzellent", sagte der frühere Arvato-Manager selbstbewusst. "Neben einer signifikanten Steigerung unseres Umsatzes und unserer Profitabilität gegenüber 2009 haben wir das Jahr mit dem zweithöchsten Operating Free Cash Flow unserer Firmengeschichte abgeschlossen." Exakte Zahlen nannte Dohle in dem internen Gespräch aber nicht.

Random House macht vier Fünftel seiner Erlöse im anglo-amerikanischen Raum. Probleme hat der Buchkonzern in Lateinamerika. Dort leiden die Verlage unter einer schwachen Rendite. Die jährlich 11.000 Neuerscheinungen erwirtschaften zwei Drittel des Umsatzes. Hingegen bringt der Katalog mit 100.000 Buchtiteln nur ein Drittel. "Von daher erfinden wir den größten Teil unseres Geschäftes jedes Jahr aufs Neue, und der Erfolg einzelner Verlage ist damit auch einer natürlichen Volatilität unterworfen", sagte der Manager.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

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