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Erotik-Roman treibt E-Book-Verkauf an

Erotische Literatur treibt die Buchverkaufszahlen nach oben. Der Sado-Maso-Roman „Shades of Grey“ beschert Verlag und Handel Rekordsummen. Der Umsatzanteil des E-Books ist mit zehn Prozent besonders hoch.
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Die Autorin E.L. James signiert ihr Buch "Shades of Grey". Quelle: dapd

Die Autorin E.L. James signiert ihr Buch "Shades of Grey".

(Foto: dapd)

DüsseldorfDie Hände hat er mir ja schon mal zusammengebunden. Und das war ... heiß, richtig heiß, also wird's möglicherweise gar nicht übel. Er wird mich nicht an einen anderen Dom ausleihen - das will ich ihm auch geraten haben", schreibt E. L. James. Hinter dem Pseudonym verbirgt sich die 49-jährige Schottin Erika Mitchell Leonard, gestern noch TV-Angestellte, heute Bestseller-Autorin. Ihr Sado-Maso-Roman "Shades of Grey. Geheimes Verlangen", der die Abenteuer der Studentin Anastasia mit dem attraktiven Milliardär Christian Grey detailreich schildert, ist ein weltweiter Kassenknüller.

Und das trotz vernichtender Kritiken an der literarischen Qualität des Werks und eines milden Urteils einer Alice Schwarzer. Stilistisch ist das 600-Seiten-Buch auf dem Niveau eines Groschenhefts, "seine Augen schimmern wie flüssiges Silber", "als er die Augen wieder öffnet, liegt ein Ausdruck stählerner Entschlossenheit darin", inhaltlich bis auf die paar eindeutigen Stellen amerikanisch-prüde.

In Deutschland hat sich der Medienkonzern Bertelsmann die Rechte gesichert. Der Goldmann-Verlag, eine Tochter des Bertelsmann-Buchkonzerns Random House (Heyne, Gütersloher Verlagsanstalt, DVA), schlug zu. "Wir haben auf den Erfolg gehofft, als wir die Rechte gekauft haben im März, denn damals wurden auch schon die Filmrechte verkauft", sagt eine Goldmann-Sprecherin.

Das Hollywood-Studio Universal will die Sex-Abenteuer verfilmen. Goldmann entschied goldrichtig. Denn als am 9. Juli das Buch auf den deutschen Markt kam, stürmte es sofort die Bestseller-Listen. Nach Angaben von Goldmann beträgt schon jetzt, nach fünf Wochen, die verkaufte Auflage 1,2 Millionen. Eine Sensation.

Die Aussichten, mit "Shades of Grey" noch mehr Geld zu verdienen, sind prächtig. In Großbritannien hat der Roman selbst die legendären Erfolge von Joanne K. Rowlings "Harry Potter" und Dan Browns "Sakrileg" in den Schatten gestellt. Von "Shades of Grey" wurden bislang 5,2 Millionen Bücher verkauft - ein Rekord in der britischen Buchgeschichte.

Für Bertelsmann, den unter Wachstumshemmungen leidenden Medienriesen, ist "Shades of Grey" ein Glücksfall. Denn in den USA und Großbritannien wird der Roman von Vintage Books, ebenfalls eine Tochter von Random House, verlegt. In den USA wurden von dem Buch laut "Wall Street Journal" schon Anfang Juli 20 Millionen Exemplare verkauft.

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