Büchermarkt
Dan Brown stürmt auf Englisch die deutsche Bestseller-Liste

Normalerweise liegen gebundene Bücher auf Englisch gerade im deutschen Buchmarkt wie Blei in den Regalen. Nicht so der neue Titel von Bestseller-Autor Dan Brown: Mit seinem neuen Thriller "The Lost Symbol" hat Brown aus dem Stand den zweiten Platz der Spiegel-Bestsellerliste erreicht. Das neue Buch hilft Random House aus der Defensive.

DÜSSELDORF. Dan Browns neuester Thriller elektrisiert die deutsche Buchbranche: Zum ersten Mal hat eine englische Ausgabe ("The Lost Symbol") auf Anhieb die Spiegel-Bestsellerliste gestürmt. Das neue Werk des US-amerikanischen Autors landete sofort auf Platz zwei der am besten verkauften Belletristik-Bücher in Deutschland. Normalerweise sind gebundene Bücher auf Englisch gerade für den deutschen Buchmarkt Gift. Doch der Erfolgsautor Dan Brown ("Sakrileg", "Illuminati") hebelt das bekannte Gesetz aus. In seinem Markterfolg ist Dan Brown bislang nur mit "Harry Potter" vergleichbar.

Der Medienkonzern Bertelsmann kann bereits jubeln. Dessen Verlag Doubleday, eine Tochter des Buchkonzern Random House, verkaufte an einem Tag mehr als eine Mio. Exemplare. Das ist ein Rekord in der Geschichte des Buchhandels. Nach Unternehmensangaben konnte die Bertelsmann-Tochter bereits über 5,6 Mio. des neusten Dan Browns in den USA, Kanada und Großbritannien an den Mann bringen. Doubleday besitzt die Rechte für die englischsprachige Ausgabe in Nordamerika und Großbritannien. Sonny Mehta, Chairman und Chefredakteur von Doubleday sagte zuletzt: "In der Tat, wir sehen einen historischen, alle Rekorde brechenden Verkauf von ,The lost Symbol? über alle Kanäle in Nordamerika."Bei der Verlagsgruppe Lübbe in Bergisch-Gladbach wird der außergewöhnliche Erfolg der englischen Ausgabe mit größtem Wohlwollen beobachtet. Denn am 14. Oktober - passend zur Frankfurter Buchmesse - wird das rheinländische Familienunternehmen die deutsche Ausgabe auf den Markt bringen. "Das verlorene Symbol" kommt nach Firmenangaben zum Ladenpreis von 26 Euro mit einer Auflage von 1,2 Mio. Exemplaren auf den Markt. Im Gegensatz zu den USA und Großbritannien wird es in Deutschland keinen Preisverfall geben. Das Gesetz zur Buchpreisbindung verhindert Billigangebote. In den englischsprachigen Ländern tobt ein gnadenloser Preiskrieg. In Großbritannien gab es Preisnachlässe von bis zu zwei Drittel.

Den Erfolg des neuen Romans von Dan Brown wird der ehemalige Doubleday-Verleger Steve Rubin nicht mehr genießen können. Er trat von seiner Position als Executive Vice President bei Random House zurück. "Ich verlasse Random House nach 25 Jahren mit Stolz und auch ein wenig Traurigkeit", sagte der angesehene Manager, der zum 2. Oktober aufhört. Autoren wie John Grisham bedauerten den Abtritt: "Es ist ein trauriger Tag für mich und für viele anderen Schriftsteller." Rubin war früher Präsident von Doubleday. Auf Grund des Umbaus des Buchkonzerns durch den neuen CEO Markus Dohle fiel die Position weg. Dohle war früher Manager des Druck- und Mediendienstleisters Arvato in Gütersloh. Zum Abgang von Rubin sagte Dohle: "Ich respektiere seine Wahl."

Random House war zuletzt nur knapp an der Verlustzone vorbei geschrammt: Im ersten Halbjahr erzielte Random House, die weltweite Nummer Eins der Buchbranche bei einem Umsatz von 734 Mio. Euro nur einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von fünf Mio. Euro.

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