Bundesländer verlangen Ausstieg der ARD bei dem Kultursender – Dreiländer-Kanal wird 20 Jahre alt
3Sat steuert in eine ungewisse Zukunft

Als der werbefreie Kulturkanal 3Sat vor 20 Jahren vom ZDF, dem österreichischen ORF und der schweizerischen SRG aus der Taufe gehoben wurde, war der Ehrgeiz groß. „Anders fernsehen“ versprachen damals die öffentlich-rechtlichen Anstalten ihren Gebührenzahler.

DÜSSELDORF/MAINZ. Dieses Versprechen hielt das deutschsprachige Satelliten-Kulturprogramm weitgehend ein. Beispiele dafür sind das 3Sat-Zugpferd „Kulturzeit“ und das populäre Wissenschaftsmagazin „nano“. Trotz der Programmerfolge steuert der in Mainz ansässige Sender in eine ungewisse Zukunft. Die ARD, die vor elf Jahren dem Dreiländerkanal beigetreten ist, muss auf massiven Druck der Bundesländer den Ausstieg bei 3Sat prüfen. „Der Austritt der ARD ist offen“, sagt 3Sat-Chef Gottfried Langenstein. Wann ZDF-Intendant Markus Schächter und SWR-Intendant Peter Voß über eine Neuordnung von 3Sat verhandeln, ist noch unklar. Der Südwestdeutsche Rundfunk (SWR) vertritt traditionell die Interessen der ARD bei 3Sat.

In einer Protokollnotiz im Entwurf des neuen Rundfunkstaatsvertrags, der im kommenden Jahr die Landtage passieren muss, haben 15 der 16 Länder die Prüfung verlangt, „ob und inwieweit 3Sat auf deutscher Seite alleine vom ZDF veranstaltet werden kann“. Nur Baden-Württemberg hatte sich gegen einen Ausstieg bei 3Sat gewandt. ARD und ZDF müssen nach dem Willen der Ministerpräsidenten nun eine Lösung finden. Dass sich die Sender freiwillig auf einen Ausstieg der ARD einigen, gilt als unwahrscheinlich. Insider gehen davon, dass der Umbau von 3Sat am Ende bei der Rundfunkkommission der Länder und damit wieder im Feld der Medienpolitik landet. In Kreisen der Öffentlich-Rechtlichen wird damit gerechnet, dass ein Ausstieg ohnehin erst nach Ablauf der kommenden Gebührenperiode 2009 wirksam werden würde.

Die Positionen sind klar: ZDF-Intendant Schächter begrüßt einen Ausstieg der ARD. Die Mainzer träumen schließlich seit Jahren davon, eine eigene Senderfamilie aufzubauen. Bei der ARD gibt es hingegen noch keine einheitliche Linie. Vor allem aber der SWR wendet sich gegen einen Ausstieg bei 3Sat. „Für uns ist es eine bewährte Zusammenarbeit, an der wir festhalten wollen“, sagte eine Sprecherin des SWR am Wochenende.

Der Wunsch der ARD aus dem 3Sat-Sendeverbund auszuscheiden, ist eher gering ausgeprägt. Schließlich ist 3Sat bei den Dritten Programmen der ARD ein beliebter Programmlieferant. So wird beispielsweise das Wissenschaftsmagazin „nano“ auch in den Regionalprogrammen ausgestrahlt. Zudem erreicht 3Sat mit einer Zuschauerquote von einem Prozent deutlich mehr Menschen als der deutsch- französische Kulturkanal Arte oder die privaten Nachrichtenkanäle N-TV oder N 24.

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