Bundesliga-Rechte
Premiere ist der Verlierer

Im Streit um die TV-Übertragungswege für die Spiele der Fußball-Bundesliga steht die Telekom als Sieger da: Der Bonner Branchenriese verzichtet gegen einen Preisnachlass darauf, die erworbenen Internet-Fernsehrechte für die Ausstrahlung via Kabel oder Satellit zu nutzen. Leidtragender des Deals: Premiere.

HB MÜNCHEN. Wie die Telekom und die Deutsche Fußball-Liga am Mittwoch mitteilten, erkennt die DFL zwar an, dass die für 45 Mill. Euro verkauften Internet-Rechte an den Bundesliga-Spielen auch die Übertragung des Internet-Signals per Kabel, terrestrischer Antenne und Satellit umfassen. Die Telekom werde diese Teil-Rechte jedoch nicht ausüben und im Gegensatz nicht die vollen 45 Mill. Euro zahlen müssen. Welchen Nachlass die Telekom genau bekommt, wurde nicht mitgeteilt.

Damit wird die Telekom die Spiele live nur im schnellen Internet zeigen: in HDTV-Qualität über das neue Hochgeschwindkeitsnetz VDSL und in normaler Fernsehqualität über DSL. Zum Empfang benötigen Bundesliga-Fans ein Zusatzgerät, das das Internet-Fernsehen (IPTV) auf den heimischen Fernsehapparat umsetzt.

Leidtragender der Vereinbarung zwischen Telekom und DFL ist der Bezahlfernsehsender Premiere, der auf eine Übertragung via Satellit und Kabel mit Hilfe der Telekom gehofft hatte. Der ohnehin schon schwache Aktienkurs des Unternehmens sackte nach Bekanntwerden der Vereinbarung zwischen Telekom und DFL weiter ab.

Premiere hatte die Spiele bisher im Pay-TV übertragen, war aber vom Vermarkter Arena bei der jüngsten Verhandlungsrunde ausgestochen. Hinter Arena stecktdie Kölner Unity Media steht. Die Muttergesellschaft mehrerer regionaler Kabelnetzbetreiber sicherte sich die Rechte für 200 Mill. Euro. Schon ab der kommenden Saison 2006/2007 werden die Bundesliga-Spiele im normalen Bezahlfernsehen daher nur noch bei Arena zu sehen sein. Nur Internet-Nutzer können weiter über Premiere schauen.

Premiere hat nun auch die Lizenz für die Übertragung der Bundesliga in Kneipen und Bars verloren. „Die gehen an Arena“, sagte der Präsident der Deutschen Fußball Liga, Werner Hackmann, ebenfalls am Mittwoch. Die Rechte zur Übertragung von Live-Spielen in Gaststätten waren ebenso wie die fürs Handy-TV Gegenstand der zweiten Teilausschreibung, die ebenfalls die kommenden drei Spielzeiten umfasst. Da dürfte es für Premiere nur ein schwacher Trost sein, dass die Mobilfunk-Lizenz an die Telekom geht, mit der Premiere kooperiert. „Es ist kein Geheimnis mehr, die Mobilfunkrechte gehen an die Telekom“, bestätigte Hackmann.

Arena zeigte sich erleichtert von den Nachrichten. „Mit dieser Vereinbarung herrscht nun auch endgültig Klarheit für den Fußballfan. Bundesliga live im Kabel und per Satellit gibt es ausschließlich von Arena“, sagte Arena-Geschäftsführer Christoph Bellmer am Mittwoch in München.

Telekom und DFL einigten sich zudem darauf, dass der Telekommunikationsriese als Sponsor einsteigt und künftig als „Premium-Partner“ fungiert. Ab der Spielzeit 2006/2007 werden alle Spieler der ersten und zweiten Spielklasse sowie die Auswechseltafeln während der Partien das Logo des Telekomkonzerns auf dem Ärmel tragen. Der Name der Bundesliga soll aber zunächst noch nicht in „Telekom-Liga“ umbenannt werden. Die Telekom erhält zudem eine Option auf das Liga-Sponsoring für die Spielzeiten 2007/08 und 2008/09. Nach verschiedenen Medienberichten zahlt die Telekom für das Sponsoring 60 Mill. Euro, sollte sie tatsächlich drei volle Spielzeiten als Partner fungieren.

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