Bundesliga-Rechte
„Wir hätten sogar mehr bezahlt“

486 Millionen Euro zahlt Sky ab der kommenden Saison für die Bundesliga-Rechte. Ein guter Preis, findet der Chef des Senders. Im Interview spricht Brian Sullivan über die Zukunft des Unternehmens – und über seine eigene.
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Herr Sullivan, was machen Sie eigentlich am nächsten Freitagabend?

Natürlich bin ich zum Bundesliga-Auftakt im Dortmunder Stadion.

Die Liga-Manager müssten Ihnen eigentlich den roten Teppich in Dortmund ausrollen. Sie zahlen so viel wie nie zuvor.

Weder erwarte ich das noch will ich das. Im Gegenteil: Ich bin der Bundesliga dankbar für ihre gute Arbeit.

Sie zahlen ab der Saison 2013/14 jährlich 486 Millionen Euro. Ist die Bundesliga für Sie so wertvoll?

Oh ja, die Fußball-Bundesliga ist eine der besten Ligen in Europa und ein Grundpfeiler unseres Geschäfts. Natürlich wachsen wir mehr mit neuen Angeboten wie Sky Go, unseren Film- und HD-Sendern sowie unserem 24-Stunden-Live-Sportnachrichtensender und Sky Atlantic HD. Aber ohne den Live-Fußball wären wir ein ganz anderes Unternehmen.

Trotzdem: Sie überweisen für jedes einzelne Bundesliga-Spiel 800.000 Euro. Das ist doch Wahnsinn, oder?

Ich verrate Ihnen etwas: Der Tag der Rechtevergabe, der 17. April, war der schönste in meiner bisherigen Karriere. Und wenn es nötig gewesen wäre, hätte ich sogar noch etwas mehr bezahlt.

Wie bitte?

Ja, denn der Preis ist sehr fair im Vergleich zu dem, was in anderen Ländern gezahlt wird. Obwohl ich in unserem gegenwärtigen Entwicklungsstadium froh bin, dass wir nicht mehr zahlen mussten, weil es uns wichtig ist, jetzt den Grundstein für eine nachhaltige Geschäftsentwicklung zu legen. Wir haben diese vollumfänglichen Rechte der Bundesliga für einen guten Preis bekommen. Denn wir haben so viel Exklusivität wie nie zuvor, da wir ab der nächsten Saison der einzige Anbieter sein werden, der die Bundesliga live ausstrahlt. Das hätten wir uns zu Beginn dieser Verhandlungen nicht einmal getraut, vorzustellen. Das Ergebnis macht uns sehr glücklich, ein ausgezeichneter Deal.

Aber Sie legen pro Saison 200 Millionen mehr auf den Tisch als bislang. Eine enorme Steigerung.

Richtig, aber der derzeit laufende Vertrag entstand in einer Ausnahmesituation. Vor der letzten Ausschreibung war der vorherige Rechteinhaber Arena ausgeschieden. So kam ein vergleichsweise niedriger Betrag zustande, der aber trotzdem die höchste Summe war, die man sich damals auf dem Markt leisten konnte. Uns war deshalb von Anfang an klar, dass so ein Preis nicht zu halten ist, insbesondere weil es uns inzwischen gelungen war, Wachstum zu realisieren.

Ist es überhaupt ratsam, sich über fünf Spielzeiten mit einer so hohen Summe an die Bundesliga zu binden?

Die lange Laufzeit ist ja das Schöne. Wir können jetzt die nächsten fünf Jahre exakt planen und wissen genau, welche Kosten und welche Rechte wir haben. Das ist für ein börsennotiertes Unternehmen von großem Nutzen. Wir glauben fest an die Zukunft, wir sind bereit zu investieren - mit dem Ergebnis, dass wir nun die Rechte für die Champions und Europa League, den DFB-Pokal und die erste und zweite Fußball-Bundesliga unter Dach und Fach haben.

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