Bundesliga-Spiele
Bundesliga-Sendeplatz sonntags in ARD unklar

In der ARD ist weiter unklar, wann künftig am Sonntag Abend die Bundesliga-Spiele gezeigt werden. Der neue ARD-Programmdirektor Volker Herres will die Talksendung "Anne Will" weder verlegen noch streichen. Eine Entscheidung über den Termin soll demnächst fallen.

ax/hps DÜSSELDORF/MÜNCHEN. "Die Tatsache, dass die ARD ab der Saison 2009/2010 die Erstverwertungsrechte für die Sonntagsspiele der Bundesliga erworben hat, bedeutet keinesfalls, dass unser Polittalk ,Anne Will' von seinem Sendeplatz weichen muss", sagte Herres. Besonders im Wahljahr 2009 sei für das Erste eine politische Gesprächssendung "unverzichtbar". Es gibt offenbar zwei Lösungen: Zum einen könnte die ARD die Sonntagsspiele in ihren Regionalprogrammen ausstrahlen oder am späteren Abend zeigen.

Die ARD hatte die Bundesliga-Rechte am Sonntag ab 21.45 Uhr gekauft. Zu diesem Zeitpunkt läuft im Ersten bislang die Talksendung "Anne Will". Wie eine Lösung aussehen kann, ist gegenwärtig unklar. "Es gibt noch keinen Masterplan in der Schublade", sagte ein ARD-Sprecher auf Anfrage. Eine Entscheidung über die Bundesliga am Sonntag bei der ARD soll demnächst fallen. Eine Termin steht aber nach Senderangaben noch nicht fest.

Am Freitag hatte die Deutsche Fußball-Liga (DFL) die Rechte für die kommenden drei Saisons vergeben. Die 36 deutschen Profivereine haben dabei sogar überraschend mehr verdient als in den vergangenen Jahren. Mit durchschnittlich 412 Mio. Euro pro Saison liegen die Einnahmen pro Spielzeit drei Mio. Euro höher. Vor allem Premiere muss tiefer in die Tasche greifen: Der Sender, der bei der vergangenen Vergabe leer ausgegangen war, zahlt 225 Mio. Euro für die Saison 2009/10 und rund 275 Mio. Euro für 2012/13. Bisher waren es gut 200 Mio. Euro pro Saison. Insgesamt nimmt die Liga 1,65 Mrd. Euro mit der Rechtevergabe ein. Die Rechte für Bundesliga-Bilder über das Internet und für Handy-TV bleiben bei der Deutschen Telekom. Für die erstmals ausgeschriebenen Live-Übertragungen im Internet erhielt Premiere den Zuschlag.

Licht und Schatten gab es für den Sportkanal DSF. "Ich sehe das mit einem lachenden und einem weinenden Auge", sagte DSF-Geschäftsführer Oliver Reichert dem Handelsblatt. Wirtschaftlich sei der Deal "sehr attraktiv" für den Spartensender. Der Sender zahle deutlich weniger als bisher. Dank der Nachverwertungsrechte sei das DSF "der Bundesliga-Sender Nummer eins". Der Sender wolle im kommenden Jahr 1 300 Stunden Bundesliga zeigen.

Allerdings verlor das DSF das Wettbieten um die Erstliga-Berichterstattung am Sonntagabend an die ARD. Er sei "frustriert und fassungslos", wie der öffentlich-rechtliche Auftrag des Fernsehens verstanden werde. Obwohl es private Bieter gegeben habe, werde die Bundesliga nun am Sonntagabend womöglich in den dritten Programm abgefeiert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%