Bundesliga via Internet
Medienwächter haben Auge auf Premiere und Telekom

Der Bezahlfernsehsender Premiere hat am Mittwoch bekräftigt, dass er bei der Kooperation mit der Deutschen Telekom der alleinige Programmveranstalter des geplanten Bundesliga-Angebots über das Internet ist. Medienwächter äußerten sich unterdessen besorgt über die Allianz. Sie fordern eine genaue Prüfung.

HB FRANKFURT. Zwischen der Telekom und Premiere gebe es eine eindeutige unternehmerische Trennung zwischen der Rolle als Netzbetreiber und Inhalteanbieter, erläuterte Sender-Chef Georg Kofler am Mittwoch. „Premiere produziert, gestaltet und sendet, die Telekom sorgt dafür, dass das Programm beim Zuschauer ankommt.“ Damit stehe die Telekom zu Premiere in einem vergleichbaren Verhältnis wie Kabelgesellschaften oder Satellitenbetreiber, die das Programm des Senders über ihre Netze verbreiteten.

Kofler reagierte damit auf die Ankündigung der Landesmedienanstalten, den Kooperationsvertrag der beiden Unternehmen daraufhin zu prüfen, wer Programmveranstalter sei und damit die medienrechtliche Verantwortung trage. Mitte Juli wollen die Direktoren der Landesmedienanstalten dann abschließend bewerten, ob die Sendelizenz von Premiere für das Bundesliga-Angebot ausreicht oder die Telekom eine eigene braucht. Weil die Telekom noch zu 37 Prozent in staatlicher Hand ist, halten es einige Experten für unwahrscheinlich, dass sie eine Sendelizenz erhalten würde.

„Die Position von Premiere als eigenständiger Programmveranstalter ist auch bei der Bundesliga-Berichterstattung in Zukunft ohne jede Einschränkung gewährleistet“, sagte Kofler. Nur der Verbreitungsweg ändere sich. Die redaktionelle Verantwortung liege in der Hand von Premiere, alle Moderatoren, Kommentatoren und Experten hätten direkte Verträge mit Premiere. Bislang verbreitete der Sender die Bundesliga über Kabel und Satellit. Bei der Rechtevergabe für die kommenden drei Spielzeiten war Premiere jedoch leer ausgegangen, kann seinen Kunden aber dank der Kooperation mit der Telekom die Bundesliga über das Breitbandnetz der Bonner anbieten und bleibt Produzent.

Die Telekom, die sich die Internetrechte gesichert hat, steht auf dem Standpunkt, keine Lizenz zu benötigen, weil die redaktionelle Verantwortung bei Premiere liege. „Für die Deutsche Telekom ist klar, dass die Landesmedienanstalten Bedingungen an die Zusammenarbeit der Telekom mit Medienpartnern knüpfen, und wir werden darlegen, dass die redaktionelle Unabhängigkeit von Premiere gewahrt ist“, sagte ein Telekom-Sprecher. Es seien bereits erste Gespräche mit Vertretern von Landesmedienanstalten geführt worden, die auch fortgesetzt würden. Die Landesmedienanstalten sind für die Vergabe von Sendelizenzen zuständig.

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