Bundesnetzagentur will regulieren
Kurth geht gegen die Mobilfunker vor

Der deutsche Mobilfunk wird im Sommer voraussichtlich erstmals reguliert. Anlass für die Initiative der Bundesnetzagentur ist die Tatsache, dass die Betreiber ihre Gebühren nicht den EU-Vorgaben entsprechend gesenkt haben.

DÜSSELDORF. Betroffen sind die so genannten Terminierungsgebühren – Geld, das die Mobilfunkbetreiber bekommen, wenn sie Anrufe aus dem Festnetz oder von anderen Mobilfunkern in ihr eigenes Netz weiterleiten. „Angesichts der Lage im Markt sehe ich wenig Chancen, dass wir von unserem bisherigen Vorschlag abrücken, die Terminierungsentgelte zu regulieren“, sagte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, dem Handelsblatt. Kurth wird auf der am Mittwoch beginnenden Handelsblatt-Tagung zum Telekommarkt Europa in Bonn seine Vision der Marktaufsicht für die Branche vorstellen.

Bei den Terminierungsentgelten geht es für die Mobilfunker um viel: Sie machen nach Angaben von T-Mobile-Chef Rene Obermann zehn bis 15 Prozent des Umsatzes aus. Bei einem Mobilfunkmarkt von 20 Mrd. Euro Umsatz jährlich kommt dabei eine stattliche Summe zusammen. Nach EU-Vorgaben müssen die Gebühren sinken. Bisher fordern O2 und E-Plus 12,4 Cent pro Minute für Anrufe in ihr Netz, während die Branchengrößen T-Mobile und Vodafone elf Cent bekommen.

Enfant terrible der Branche

In der Vergangenheit hatten sich die Unternehmen stets untereinander auf die Höhe der Entgelte geeinigt. Das hat nun erstmals nicht geklappt. Bis Anfang Mai hätten sie Zeit gehabt, die Tarife unter zehn Cent pro Minute zu senken. Kurth hatte bereits angekündigt, dass seine Behörde die Gebühren festsetzen werde, wenn nicht alle Wettbewerber freiwillig reduzieren.

Das Enfant terrible der Branche, E-Plus, hat eine Übereinkunft boykottiert. Der drittgrößte deutsche Netzbetreiber pocht darauf, dass die kleinen Anbieter deutlich höhere Gebühren fordern dürfen als die großen. Der Grund: Die kleinen Anbieter seien später auf den Markt gekommen und hätten deshalb weniger Größenvorteile und damit höhere Kosten.

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