Bundesrat billigt Gesetzentwurf
Telekom darf Beamte in Vorruhestand schicken

Die Deutsche Telekom kann nun auch ihren Beamten Angebote machen, das Unternehmen vorzeitig zu verlassen. Nach dem Parlament hat am Freitag auch der Bundesrat einem Gesetz zugestimmt, wonach Beamte von Telekom und Post in Vorruhestand gehen dürfen, wenn sie mindestens 55 Jahre alt sind. Für die Telekom ist dies ein wichtiger Schritt.

lou DÜSSELDORF. „Wir haben immer betont, dass wir eine Vorruhestandslösung für die Beamten brauchen, um den bestehenden Personalüberhang abzubauen“, sagte Telekom-Personalvorstand Heinz Klinkhammer dem Handelsblatt. Der einstige Monopolist will bis Ende 2008 ohne betriebsbedingte Kündigungen 32 000 Mitarbeiter abbauen. Das Gros davon soll aus der Festnetzsparte T-Com stammen, die unter Umsatzeinbrüchen und Kundenverlusten leidet. Grund dafür ist der Vormarsch des Mobilfunks sowie der Internet-Telefonie.

Das Unterfangen ist nicht ganz einfach: In der T-Com sowie der Konzernzentrale sind die Hälfte der 110 000 Beschäftigten Beamte. Weitere 30 Prozent sind aufgrund von langer Dienstzugehörigkeit unkündbar. Darüber hinaus schließt ein Beschäftigungspakt mit der Gewerkschaft betriebsbedingte Kündigungen bis 2008 für alle Mitarbeiter aus. Die Telekom versucht deshalb, die Beschäftigten über Abfindungen, Altersteilzeit und Vorruhestand freiwillig zum Ausscheiden aus dem Unternehmen zu bewegen.

Bis Ende 2010 kommen 25 000 Beamte aufgrund ihres Alters für die Vorruhestandsregelung in Frage. Aus Unternehmenskreisen ist zu hören, dass die Telekom etwa 40 Prozent davon gerne vorzeitig in Pension schicken würde. Die aktuelle Personalplanung reicht aber nur bis 2008. Klar ist bisher nur, dass Klinkhammer bis dahin 7 000 Beamten das Angebot unterbreiten will. Über natürliche Fluktuation sollen insgesamt 10 000 Staatsdiener die Telekom bis 2008 verlassen.

Für die freiwilligen Regelungen gilt das Prinzip des beiderseitigen Einverständnisses. Das heißt, nicht jeder Beamte kann in Vorruhestand gehen. Seine Stelle muss auch von den Kürzungen betroffen sein. Bisher hätten bereits zahlreiche Beamte Interesse an der geplanten Regelung bekundet, hieß es bei der Telekom. Der Konzern will das Programm aber erst starten, wenn der Bundespräsident die Gesetzesnovelle unterschrieben hat.

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