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Burda Investition : Xing findet Übernahme-Angebot zu niedrig

Die Verlegergruppe Burda hat ein Übernahmeangebot für Xing vorgelegt. Doch Vorstand und Aufsichtsrat des Karriere Netzwerks halten das Angebot für zu niedrig. Die geplante Übernahme begrüßen sie trotzdem.

Burda hatte seinen Anteil bei Xing bereits von 29,43 auf 38,89 Prozent ausgebaut. Quelle: dpa
Burda hatte seinen Anteil bei Xing bereits von 29,43 auf 38,89 Prozent ausgebaut. Quelle: dpa

Hamburg Das Hamburger Karriere-Netzwerk Xing hält das Übernahme-Angebot der Verlagsgruppe Burda für zu niedrig. Der Preis von 44 Euro je Xing-Aktie sei „aus finanzieller Sicht nicht angemessen“, erklärte das Unternehmen am Mittwoch. Den Aktionären werde empfohlen, das Angebot nicht anzunehmen. Die Aktie reagierte zunächst kaum und blieb weiter knapp unter 44 Euro.

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Gleichzeitig befürworteten der Vorstand und Aufsichtsrat von Xing grundsätzlich das geplante Investment der Burda Digital GmbH. Aus „unternehmerischer Sicht“ sei zu begrüßen, dass Burda das Engagement weiter ausbauen wolle.

Burda hatte den Anteil an Xing bereits von zuletzt 29,43 auf 38,89 Prozent erhöht. Für die verbliebenen 3,3 Millionen Xing-Aktien will die Burda-Digitaltochter 44 Euro je Aktie oder insgesamt 147,3 Millionen Euro auf den Tisch legen. Die Xing-Aktie schoss nach dem Übernahmeangebot von Ende Oktober um mehr als 18 Prozent auf gut 44 Euro hoch. Xing verweist bei der Ablehnung des Angebotspreises auf die Erwartungen an die Geschäftsentwicklung, den bisherigen Kursverlauf sowie die Kursziele der zuletzt veröffentlichten Analystenberichte.

Soziale Netzwerke

„Die Xing AG hatte mit Burda in den vergangenen Jahren stets einen guten strategischen Investor und wir freuen uns, dass das auch künftig der Fall sein wird“, erklärte der neue Chef Thomas Vollmoeller. Er hatte schon in ersten Kommentaren zum Burda-Angebot betont, die Übernahme könne Xing dabei helfen, die führende Stellung in Deutschland auch gegen den Weltmarktführer LinkedIn zu festigen. Vollmöller will Xing wieder schneller wachsen lassen.

Zuletzt ging der Xing-Gewinn im dritten Quartal um 15 Prozent auf 2,2 Millionen Euro zurück. Grund waren vor allem deutlich höhere Personalkosten. Der Umsatz stieg um elf Prozent auf 18,3 Millionen Euro. Die Zahl der Mitglieder im deutschsprachigen Raum wuchs um 196 000 auf 5,9 Millionen - 770 000 davon nutzten kostenpflichtige Angebote. Vollmoeller kündigte zuletzt an, Xing werde sich künftig verstärkt um seine zahlenden Premium-Mitglieder kümmern. Diese seien „eine der spannendsten Zielgruppen, die man in Deutschland haben kann“.

  • 21.11.2012, 10:27 Uhr

    dieser Angebotspreis ist mehr als erschreckend.
    Ein solches Portal läßt sich mit diesem Geld 3x aufbauen.
    Die kritische Masse ist ebenfalls zu erreichen

  • 21.11.2012, 10:55 Uhr

    Für mich hat Xing keine Zukunft. Das Unternehmen wird wie StudiVz enden. In einer globalen Welt haben nationale Platformen keine Chance. Die Mitglieder werden alle zu LinkedIn wandern.

  • 21.11.2012, 17:06 Uhr

    Die 18 %, die die Aktie nach bekannt werden des Übernahmeangebots Ende Oktober zulegte, wären von den 44 Euro je Aktie natürlich abzuziehen. Desweiteren haben die meisten Xing-Nutzer auch Mitgliedschaften in anderen Netzwerken - wie z.B. LinkedIn. Zwar war der Vorläufer von Xing einer der ersten im deutschen Markt, doch hat Xing hier den Anschluß verloren und wird wohl gegenüber internationalen Netzwerken einen schweren Stand haben.

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