Business Schools
Wo die Unternehmenselite studiert

Was taugen Eliteuniversitäten? Ob private Business Schools wie WHU oder EBS die Top-Manager von morgen ausbilden oder für den Aufstieg eher Papas Brieftasche oder doch die gute alte Persönlichkeit entscheidend ist, ist auf Xing umstritten.

Es gibt nicht nur BWL

Elitehochschulen wie die WHU in Vallendar – aber auch die Handelshochschule Leipzig oder die European Business School (EBS) in Oestrich-Winkel – sind sicherlich die beste Möglichkeit, innerhalb Deutschlands Wirtschaftswissenschaften zu studieren. Ich habe auch kein Problem damit, dass sich diese Schulen als „Elite“ betrachten. Aber an diesen Schulen können nur wirtschaftlich relevante Fächer studiert werden. Somit könnte man auch die Frage aufwerfen, ob nur BWLer in der Lage sind, ein Unternehmen zu führen. Ich denke: Nein! Es gibt genügend Beispiele, etwa Postchef Frank Appel oder Jürgen Hambrecht, Vorstandsvorsitzender von BASF (beide sind Chemiker), die gezeigt haben, dass man nicht BWL an einer Eliteuniversität studiert haben muss, um ein Unternehmen zu führen. Daniel Haamann

Papas Brieftasche hilft

Mir stellt sich die Frage, was an einer privaten Uni so viel besser sein soll als an einer staatlichen Uni oder Fachhochschule. Im Prinzip wird überall der gleiche Stoff gelernt. Was jedoch die privaten Unis von staatlichen Instituten maßgeblich unterscheidet, sind die Verbindungen zur Wirtschaft. Sicherlich muss man eine gewisse Qualifikation mitbringen, um bei der WHU oder einer ähnlichen Business School angenommen zu werden. Jedoch habe ich auch oft genug erlebt, dass es sehr hilfreich sein kann, wenn der Papa eine gut gefüllte Brieftasche hat. Da wird dann doch gerne ein schwächerer Kandidat wohlwollend aufgenommen. Auch denke ich, dass die Prüfungen an solchen Instituten eher etwas „ruhiger“ gehandhabt werden. Denn es liegt doch im eigenen Interesse der Universität, dass die Studenten gute Noten bekommen und später durch die Karriere-Center in die Wirtschaft gebracht werden. Schließlich müssen die hohen Studiengebühren gerechtfertigt werden, sonst würde das Geschäftsmodell ja nicht funktionieren. Denn der Umstand, dass die Studenten bei McKinsey, BCG und ähnlichen Unternehmen anfangen können, begründet erst den Ruf der Privat-Unis! Roberto Niesing

Persönlichkeit zählt

Es ist schon schön, an einer „Elite-Uni“ studiert zu haben, da diese im Regelfall über ein ausgezeichnetes Netzwerk verfügt, welches den Studenten zur Verfügung gestellt wird. Was man daraus macht, ist dann wieder eine andere Frage. Ich habe meinen Realschulabschluss gemacht und dann eine Ausbildung zum Bankkaufmann angefangen. Nach dem Abschluss der Ausbildung habe ich festgestellt: Das kann noch nicht alles sein. Ich habe mich dann noch zu mehreren Weiterbildungen und Studien aufgerafft. So kam ich unter anderem an die EBS und Frankfurt School of Finance and Management. Ich konnte erfahren, dass diese Universitäten ein hohes Ansehen genießen. Der Lehrplan scheint meiner Meinung nach straffer gestrickt zu sein als vielleicht an den öffentlichen Hochschulen. Wahrscheinlich gibt man sich auch mehr Mühe während des Studiums, da die Kosten doch sehr hoch sind. Deswegen würde ich sagen, dass die Absolventen dieser Hochschulen relativ früh ins Berufsleben eintreten und dadurch recht viel Erfahrung sammeln können. Zusätzlich ist an den meisten Universitäten das ein oder andere Praktikum verpflichtend. Ob es die Absolventen dazu befähigt, Unternehmen besser zu managen, sei dahingestellt, denn meiner Meinung nach kommt immer noch das Menschliche hinzu. Und was hilft mir einer, der menschlich nicht in der Lage ist, andere zu begeistern oder sein Wissen und seine Ideen zu verkaufen? Lars Hußmann

Gebühren schrecken ab

Man hört ja oft, dass es in Deutschland zu wenig gut ausgebildetes Fachpersonal und zu wenige Akademiker gibt. Ob das wirklich so ist, kann ich nicht einschätzen. Allerdings bin ich skeptisch, ob dieses Problem mit Elite-Unis gelöst wird. Durchschnittliche Abiturienten werden entweder abgeschreckt, können sich die Gebühren nicht leisten oder werden schlicht und einfach nicht aufgenommen. Das kann dazu führen, dass insgesamt weniger Abiturienten studieren, weil sie sich mit ihrem Notenschnitt nicht als Elite fühlen und durch die Berichterstattung Versagensängste bekommen und den „leichteren“ Weg in eine Ausbildung oder Ähnliches gehen. Das kann dazu führen, dass noch weniger Akademiker von den Unis kommen. Wäre es nicht besser, die Studiengänge an allen Unis so zu gestalten, dass genügend Absolventen mit einer soliden Grundausbildung auf den Arbeitsmarkt entlassen werden? Zur Elite sollten sie meiner Meinung nach während ihres Berufslebens werden, weil Fähigkeiten wie zum Beispiel Führungsstärke sowieso an der Uni schwer zu vermitteln sind. Andreas Weng

Stipendien sind nötig

Wer sich für eine Eliteuniversität qualifiziert, soll dort gerne studieren, warum auch nicht? Wichtig ist halt, dass es genügend Stipendiats- und Bildungskreditoptionen gibt, damit solche Hochschulen nicht zum Sammelbecken ehrgeiziger Berufssöhne werden (ich habe es mal bewusst überspitzt formuliert), sondern alle entsprechend begabten Menschen die Chance erhalten, sich dort ausbilden zu lassen. Jens Wiechmann

Das Netzwerk zählt

Ich kenne nur ein etwas anderes Beispiel als die Wirtschaftsunis: Mein Cousin ist zurzeit an der Steigenberger Akademie in Bad Reichenhall. Man zahlt natürlich viel für die Ausbildung, doch ist es so gut wie garantiert, einen Job zu bekommen. Wegen des Zwangs, ein halbes Jahr in Deutschland und ein halbes Jahr im Ausland ein Praktikum zu absolvieren, erweitert man seine Kontakte und Karrierechancen. Mein Fazit ist, dass die Elitehochschulen ein besseres Netzwerk bringen. Ich weiß nicht, ob die Ausbildung viel besser ist, doch wird man zu Sachen gezwungen, die eine bessere Karrierebasis schaffen. Lasse Danielsen

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