Carlos Slim im Verlagsgeschäft
Mexikanischer Telekom-Milliardär steigt bei New York Times ein

Der mexikanische Telekom-Tycoon Carlos Slim ist bei der "New York Times" eingestiegen: Der zweitreichste Mann der Welt besitzt nun einen Anteil an dem traditionsreichen US-Verlag.

HB NEW YORK. Der mexikanische Telekom-Tycoon Carlos Slim ist bei der "New York Times" eingestiegen. Der mit einem Vermögen von schätzungsweise 60 Milliarden Dollar zweitreichste Mann der Welt besitzt nun einen Anteil von 6,4 Prozent an dem traditionsreichen US-Verlag, wie am Mittwoch aus Unterlagen der US-Börsenaufsicht bekannt wurde.

Der neu erworbene Anteil an der New York Times stellt Slims erste Investition im Mediengeschäft dar. Es wurde allerdings schon berichtet, Slim habe auch Interesse an einem Einstieg beim Verlag Prisa, der die spanische Tageszeitung "El País" herausgibt.

Auf einer Pressekonferenz in Mexiko-Stadt erklärte Slim, er wolle weder in das Verlags- noch in das Redaktionstagesgeschäft hineinreden. Die Investition habe rein finanzwirtschaftliche Gründe. Über den Preis seines Engagements machte der Milliardär, der sein Vermögen durch das eigene Mobilfunk-Unternehmen America Movil aufbaute, keine Angaben.

"Das Unternehmen ist spitze. Und wenn die Aktie noch günstig bleibt, werden wir wohl unser Engagement steigern", sagte Slim. Die New-York-Times-Aktie ist im letzten Jahr um 33 Prozent gesunken. Die amerikanische Wirtschaftslage wirkt sich auf die Werbeeinahmen negativ aus und Leser kehren der Print-Ausgabe zugunsten der Webseite zunehmend den Rücken.

Im Portfolio von Carlos Slim befinden sich viele Unternehmen, deren Aktien er auf dem niedrigsten Preisstand kaufte, um später zu profitieren. Den Versicherer Seguros de Mexico und die Einzelhandelskette Sanborns etwa erwarb Slim in der tiefen Wirtschaftskrise, die Mexico in den 80er Jahren erschütterte. So sehen manche Branchenbeobachter das Engagement im New-York-Times-Verlag als typisch für Slim an.

In diesem Jahr war mit Harbinger Capital Partners bereits ein zweiter Großinvestor beim New-York-Times-Verlag eingestiegen, der auch den "Boston Globe" und mehrere kleinere Tageszeitungen herausbringt. Der Verlag wird von der Familie Ochs-Sulzberger mittels Sonderrechtsaktien kontrolliert. Die Präsenz von Harbinger hat einen Machtkampf im Vorstand ausgelöst: Harbinger-Vorstände forderten einen neuen Fokus auf digitale Medien. Eine Sprecherin des Verlags lehnte eine Stellungnahme zum Einstieg von Carlos Slim ab.

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