Caroline von Monaco gewinnt vor Europäischem Gerichtshof - Einschnitte bei Boulevardpresse
Harte Zeiten für Paparazzi

Für Paparazzi brechen jetzt schwere Zeiten an: Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte räumt dem Grundrecht auf Schutz des Privatlebens von Prominenten in der Berichterstattung einen höheren Stellenwert ein als der Pressefreiheit.

HAMBURG. Wenn Tennisstar Boris Becker mit seinen Kindern am Strand von Miami spielt, wenn Torwart Oliver Kahn mit einer Geliebten vor einer Münchener Wohnung turtelt oder Schlagerstar Michelle mit ihren Töchtern Celine und Marie-Louise auf dem Fahrrad durch einen Park fährt – dann sind Paparazzi meist nicht fern. Sie lauern mit Teleobjektiven auf Bäumen, hinter Büschen und Häuserecken. Von den – meist aus großer Entfernung aufgenommen – Bildern profitiert vor allem die deutsche Boulevardpresse, die damit ihre Auflagen steigern will.

Doch diese Zeiten sind jetzt möglicherweise vorbei: Grund hierfür ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Es räumt dem Grundrecht auf Schutz des Privatlebens von Prominenten in der Berichterstattung einen höheren Stellenwert ein als der Pressefreiheit. Danach müssen Paparazzi künftig auf Fotos verzichten, die Promis im privaten Umfeld ohne deren ausdrückliche Einwilligung zeigen – beispielsweise beim Reitausflug oder beim Spiel auf dem Tennisplatz: „Eine berühmte Person kann jetzt Skifahren, ohne sich gleich fotografieren zu lassen“, sagt der Hamburger Prominenten-Anwalt Matthias Prinz.

Prinz hatte für Caroline von Hannover, geborene Monaco, unter anderem vor dem Bundesverfassungsgericht Beschwerde eingelegt, weil sie sich durch Veröffentlichungen von Fotos in der „Bunten“, „Neuen Post“ oder „Freizeit Revue“ persönlich angegriffen fühlte. Die Aufnahmen zeigten die Ehefrau von Ernst August von Hannover am Strand, beim Gang über den Markt oder auf dem Fahrrad. Das Bundesverfassungsgericht wies die Beschwerde zurück und rügte nur die Veröffentlichung von Bildern Carolines mit ihren Kindern. Prinz wandte sich deshalb an das Straßburger Gericht.

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