CD-Verkäufe brechen ein – Erstes Quartal 2004 zehn Prozent schwächer
Deutsche Tonträgerindustrie 2004 weiter auf Talfahrt

Nach einem Rekordminus von 20 Prozent im vergangenen Jahr ist der Umsatz mit Musik-Tonträgern im ersten Quartal 2004 erneut um 10 Prozent eingebrochen. Dies erklärte Gerd Gebhardt, Vorsitzender der deutschen Phonoverbände, auf der Jahresbilanz der Tonträgerindustrie. Auch für das Gesamtjahr wird ein Minus erwartet.

pos BERLIN. 2003 sackte der Umsatz mit CD, Musik-DVD, Musikkassetten und Schallplatten insgesamt von 2,05 Mrd. Euro auf 1,64 Mrd. Euro. Der Absatz in Stück fiel um 18,2 % auf 183,2 Mill. Einheiten. Gewinne bei Musik-DVD (plus 100 %) konnten Verluste bei den Album- und Single-CD sowie VHS-Videos nicht mal annähernd ausgleichen.

Mehrere europäische Phonoverbände, darunter Deutschland, wollen angesichts der Situation juristisch gegen Anbieter von illegaler Musik im Internet vorgehen. Man habe schon „68 Fälle beweissicher dokumentiert“, so Gebhardt, und der Staatsanwaltschaft übergeben.

Nach Ansicht von Balthasar Schramm, Geschäftsführer von Sony Music Deutschland, wird sich der Markteinbruch erstmals spürbar auf die Zahl der CD-Neuveröffentlichungen und die Verpflichtung neuer Künstler auswirken: „Wir werden deutliche Rückgänge sehen“, so Schramm.

Der Branchenverband hofft, auch Erlösquellen jenseits der CD öffnen zu können. So soll im Rahmen der Urheberrechtsnovelle das Recht auf Privatkopie fallen, langfristig auch das „Senderprivileg“. Heute dürfen Radiosender gegen Pauschale beliebig viel Musik senden. Die Phonoverbände wollen eine Verwertung wie die Filmindustrie, die in Verträgen festlegt, wann welcher Film gezeigt werden darf. Die Vertreter der Urheber, die Gema, hält davon wiederum wenig: sie fürchtet, so ein Sprecher auf Anfrage, dass die Einnahmen der Texter und Komponisten sinken, wenn Tonträgerfirmen bestimmen können, wann welches Lied wo gespielt werden darf.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%