Cerberus als möglicher Kandidat
Finanzinvestoren haben Chancen bei T-Systems

Bei der Partnersuche für T-Systems, die IT-Dienstleistungstochter der Deutschen Telekom, steigen offenbar die Chancen von Finanzinvestoren. Die Finanzkraft spielt bei Partnersuche eine wichtige Rolle. Doch angeblich ist die Telekom bereit, den potenziellen Investoren weit entgegen zu kommen.

FRANKFURT / DÜSSELDORF. „Angesichts der schwierigen Situation bei T-Systems ist die Kombination von einem finanzstarken Investor und einem strategischen Partner eine tragfähige Lösung. Das weiß auch das Telekom-Management“, wird sowohl in der Branche als auch im Umfeld von T-Systems berichtet. Die Deutsche Telekom wollte die Informationen nicht kommentieren.

Bei der Präsentation seiner Strategie im März hatte Telekom-Chef René Obermann noch betont, dass die Telekom einen strategischen und keinen Finanzinvestor als Partner suche. Mittlerweile scheint der Konzern sich aber von diesem Vorsatz zu verabschieden. Insider berichten von einem desolaten Zustand bei T-Systems. Man habe so gut wie keine Aufträge in der Pipeline. Die Geschäftspläne für dieses Jahr seien bislang um Längen verfehlt worden, ist zu hören.

Einen Vorgeschmack lieferten die Zahlen des ersten Quartals. So ist der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) um mehr als zwei Drittel eingebrochen. „Derjenige, der da einsteigt, muss sich einen ganz großen Besen kaufen“, sagte ein Manager aus der IT-Branche. Zu den schlechten Geschäftszahlen gesellt sich das Problem des hohen Personalbestands, denn die gesamte Branche und damit nahezu jeder potenzielle Partner kämpft seit Jahren mit Überkapazitäten.

Mittlerweile wurden zahlreiche Namen der Branche als mögliche Käufer gehandelt. Zuletzt galt EDS als ein aussichtsreicher Kandidat. Auch CSC soll zurzeit wieder gut im Rennen liegen. „T-Systems hat fast schon mit jedem in der Branche geredet“, höhnt ein Experte.

Angesichts der schwierigen Verhandlungen will das Telekom-Management nach Informationen aus Finanzkreisen den potenziellen Partnern weit entgegen kommen. So sei man bereit, nicht nur eine Minderheit an der künftig neu aufgestellten T-Systems zu akzeptieren. Auch ein Totalverkauf des Großkundengeschäfts werde geprüft, heißt es.

Damit wird die Kombination von Finanzinvestor und strategischem Partner wahrscheinlicher. Als möglicher Kandidat gilt die Fondsgruppe Cerberus, die bereits die Daimler-Tochter Chrysler übernommen hat. Interessant ist Cerberus für die Deutsche Telekom deshalb, weil die Amerikaner derzeit dabei sind, den US-IT-Dienstleister ACS für 8,2 Mrd. Dollar inklusive der Schulden zu übernehmen.

Klappt der Deal, könnte ACS offiziell als strategischer Partner von T-System lanciert werden. Beide IT-Spezialisten würden gut zusammen passen. So würde ACS ein starkes US-Geschäft einbringen und ist zudem ähnlich wie T-Systems mit politisch sensibler Infrastruktur wie dem Mautsystem vertraut. Zudem kennen sich beide Firmen. So berichten Unternehmenskreise, dass die Telekom ACS vor gut einem Jahr kaufen wollte.

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