Chaos beim neuen Rundfunkbeitrag: Wer zwei Autos hat, darf nur eins anmelden

Chaos beim neuen Rundfunkbeitrag
Wer zwei Autos hat, darf nur eins anmelden

Auch das noch: Erst bitten ARD, ZDF und Deutschlandradio Unternehmer bei den Rundfunkbeiträgen kräftig zur Kasse, und nun verrechnen sie sich: Für Autos werden Gebühren verlangt, obwohl sie eigentlich kostenlos sind.
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DüsseldorfNicht nur Großunternehmen plagen sich mit Kostensteigerungen wegen des überarbeiteten Rundfunkbeitrags für die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten. Auch bei Kleinunternehmen regt sich Unmut. Der Grund: Das offensichtlich verwirrende Antragsformular für die Gebühr.

So haben nach Informationen von Handelsblatt Online zahlreiche Firmen in den vergangenen Wochen Rechnungen des „Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio“ (früher: GEZ) erhalten, in denen ihnen Gebühren für Firmenwagen berechnet werden, die eigentlich freigestellt sind.

Engelbert Kühlwetter, Geschäftsführer von Kühlwetter & Partner, ist einer von ihnen. Er war äußerst überrascht, als in der Beitragsrechnung für den Zeitraum von Januar bis Juni 2013 der volle Beitrag für jeweils einen Firmenwagen an den beiden Standorten seines Beratungsunternehmens mit acht Mitarbeitern verlangt – und eingezogen – wurde. Die neue Gebührenordnung sieht jedoch vor, dass für Kleinfirmen pro beitragspflichtiger Betriebsstätte ein Fahrzeug freigestellt wird – unabhängig davon, wo es zugelassen ist.

Auf der Rechnung werden knapp 72 Euro für das halbe Jahr für zwei Autos in Rechnung gestellt (s. Ausschnitt). Kühlwetters Anrufe, E-Mails und Briefe wurden seitdem von der Einzugsbehörde nicht beantwortet.

Der Beitragsservice weiß von einer Reihe ähnlicher Fälle und führt die Beschwerden von Firmeninhabern über vermeintlich falsche Rechnungen auf Fehler bei der Anmeldung zurück.

Das Formular verlangt tatsächlich nur „Angaben zu beitragspflichtigen Kraftfahrzeugen“. Es darf also kein Fahrzeug eingetragen werden, wenn die Zahl der Autos die Zahl der Betriebsstätten nicht überschreitet. Wer zwei Autos und eine Betriebsstätte hat, muss also eine „1“ eintragen. Dass das niemand versteht - beim "Beitragsservice" herrscht dazu Ratlosigkeit..

Die Freistellung eines Firmenfahrzeugs ist in den Rechnungen ebenfalls nicht vermerkt. Wer also nicht genau hinschaut, zahlt dann möglicherweise mehr als er normalerweise müsste. Zur Korrektur genügt laut Beitragsservice ein formloser Brief. Die Angaben können bis Ende 2014 rückwirkend korrigiert werden.

Kühlwetter ist sich sicher: „Viele werden aus bekannter Gewohnheit die Gebühr, die wie bisher vom ersten Fahrzeug an berechnet wurde, zahlen.“

 

Kommentare zu "Wer zwei Autos hat, darf nur eins anmelden"

Alle Kommentare
  • Warum kann und darf ich als Unternehmer für meine Produkte nicht auch doppelt kassieren?
    Genau das machen die öffentlich Rechtlichen ja auch.
    Und das auch noch ganz legal.
    Für meine Mitarbeiter die ja alle die Leistungen der Anstalten schon durch die Abgabe, die sie für ihre Wohnung entrichtet habe, soll ich nun nochmal Beiträge für meine Betriebsstätte und für meine Firmenfahrzeuge entrichten, damit das Personal auch während der Arbeit die Leistungen, die sie ja schon bezahlt haben, in Anspruch nehmen können.
    Meine Mitarbeiter haben nur zwei Augen und zwei Ohren.
    Folgerichtig können sie, wenn sie bei mir arbeiten, die bereits bezahlten Leistungen in ihrer Wohnung nicht in Anspruch nehmen.
    Einem sogenanntem " Berater " dieser Institution,der mich ohne Vorankündigung zuhause aufsuchte, erklärte ich das ich alle Rundfunkgeräte aus meinen Firmenfahrzeugen entfernen werde. Seine Antwort lautete " das nützt ihnen gar nichts da sie lt. Gesetz auch bezahlen müssen selbst wenn kein Rundfunkgerät eingebaut ist, denn sie hätten ja die Möglichkeit eines zu installieren"
    Entschuldigen Sie bitte wenn mir vor lauter Sarkasmus nur der abgedroschene Spruch " Dann verurteilen sie mich doch als Vergewaltiger, die technischen Möglichkeiten hier führ sind ja vorhanden " einfällt.
    Da die Löhne in unserem Land ja bekanntlich von dem Betriebsergebnis eines Unternehmens abhängig sind, bestraft man mit dieser Methode der Beitragsberechnung doch indirekt das arbeitende Volk.

    Meine bescheidene Meinung:
    Legalisiertes Raubrittertum

  • Das erinnert mich doch stark an Kommunismus.

  • Ich bin gleichmaßen von der ennormen Geldverschwendung empört. Die Gehälter von Klaus Kleber (600.000 €) und einer Monika Lierhaus mit über 400.000 € sind weit weg von der Realität. Wie war das doch gleich mit den Bezügen einer Bundeskanzlerin???? Frau Merkel leistet wesentlich mehr für das Land als die Beiden zusammen. Und ein Arbeitnehmer muss schon eine Menge leisten damit er ungefähr 50.000 Brutto im Jahr bekommt. Danke Deutschland für diese Fairness. Die Haushaltsumlage wird es schon richten.......

  • Wer GEZ Lastschrift einräumt dem ist einfach nicht zu helfen.
    Es gilt grundsätzlich: "Zahlen nur unter Vorbehalt" mit Verweis auf die verfassungsrechtlichen Beschwerden.

    Die Öffentlich-"Rechtlichen" haben doch schon jetzt Probleme das ganze Geld noch zum Fenster rauszuwerfen. Wer im Bekanntenkreis Leute hat die auch nur in der Nähe der dritten Programme arbeiten weiß wovon ich rede.

  • Nordkorea ?

  • @redaktion Handelsblatt
    wie bereits erwähnt geht es um NICHT Bafög-Empfänger. Das ist die Leistungsgerechtigkeit in unserem Land: Wer keine "armen Eltern" hat muss für alles zahlen. Egal ob GEZ (18€/Monat) oder gesetzliche Krankenversicherung (78€/Monat). Für einen Platz im Studentenwohnheim werden Bafög Bezieher natürlich auch bevorzugt. Selbst wenn man weit weniger Geld zur Verfügung hat als die Empfänger von Transferleistungen. Das ist die Sauerei.
    Bei der Krankenversicherung erhält man eine Medikamentenbefreiung sobald man mehr als 2% seines Einkommens aufwenden muss. Im Falle der GEZ betragen meine monatlichen Aufwendungen 12%. Ist das normal?

  • Wer Bafög bezieht und nicht bei seinen Eltern wohnt, kann sich befreien lassen. Siehe hier: https://service.rundfunkbeitrag.de/e360/e364/e224/e638/resources1415/Informationen_zur_Befreiung_von_der_Rundfunkbeitragspflicht_und_zur_Ermaessigung.pdf

  • Es genügt ein öffentlich-rechtlicher TV-und-Radio-Sender deutschlandweit, um eine ausreichende Medienversorgung sicherzustellen. Dies kostet pro Haushalt vielleicht 1,00 Euro. Jeder Preis über dem genannten Euro ist unverhältnismässig und wird verschwendet für zahlreiche Sparten und Nischensender, für Sportrechte (Championsleage, 4-Schanzentournee) für Gehälter von Politikern in den entsprechenden Fernsehräten (CSU-Dobrindt usw.) die noch dazu versuchen Einfluss auf die Programmgestaltung nehmen. Ein Paradies für unsere Politikakteure. Und genau von diesen Politik-Akteuren, die davon profitieren (materiell und durch die Berichterstattung) bekommen wir diese Zwangsgebühr vorgeschrieben. Wie war das nochmal mit der Demokratie (der Herrschaft des Volkes)? Weit entfernt sind wir von einem effizienten Demokratiesystem. Wie wäre es einfach mal das Volk zu fragen, ob wir dies genauso wollen?

  • Wenn man mal unterstellt, und das ist nur seriös, dass noch mindestens 15% der Einkünfte der öffentlich rechtlichen Sender aus Werbung obendrauf kommen, dann sind diese Einrichtungen in Deutschland mit der gleichen Geld-Menge ausgestattet, wie alle Schutz- und Kriminalpolizeien von Bund und Ländern gemeinsam.

    Und jetzt möchte ich mal sehen, dass bei den öffentlich-rechtlinien Medien der gleiche Nutzen für die Bürger rauskommt!

    Rechnet denn in diesem Land gar niemand mehr?

  • Wer sich über die Anmeldeseite des Beitragsservice registriert ist selbst schuld. Auch auf deren Seiten findet keine Gleichbehandlung statt. Für fast "alle" Situationen kann ich ein Anmeldeformuar downloaden, ausfüllen, unterschreiben, ausdrucken,wegschicken. Wenn es um Beitragsbefreiuung geht, soll ich meine Daten "Online" eingeben und das Formular danach ausdrucken. Mit dem kleinen Unterschied das eine Kopie meiner Daten auf dem Server liegt. Frechheit sondersgleichen was sich die rausnehmen. Am schlimmsten aber ist das es nur die wenigsten merken.

    Deshalb meine private Meinung:
    Reform des ÖR Systems. Zurück zur Grundversorgung, den geringeren finanziellen Aufwand kann man z.B. durch den Soli begleichen. Was über der Grundversorgung liegt verschlüsselt als Pay TV für Abonnenten anbieten. Das wäre im Jahr 2013 up to date.

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