„Charlie Hebdo“: 30.000 neue Exemplare erwartet

„Charlie Hebdo“
30.000 neue Exemplare erwartet

Die Fans des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ dürfen wieder hoffen: Nachdem die 5000 Exemplare am Samstag schnell vergriffen waren, kommt das Heft noch einmal auf den deutschen Markt – in der sechsfachen Menge.
  • 9

Düsseldorf/ParisDer Versuch, eine Ausgabe des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ am Samstag zu ergattern, endete für viele Menschen enttäuschend: Die 5000 Exemplare, die es in die Buchhandlungen der Bundesrepublik geschafft hatten, waren schnell vergriffen. Doch für Interessierte gibt es noch Hoffnung: Am kommenden Samstag sollen 30.000 neue Exemplare auf den Markt kommen, wie der Vertrieb Saarbach berichtet.

„Wie wir gehofft hatten, bekommen wir tatsächlich Nachlieferungen von Charlie Hebdo für den deutschen Markt“, hieß es von einer Sprecherin. Sie verwies allerdings darauf, dass die Mengensituation immer noch unübersichtlich sei und die Angaben daher nur „voraussichtlich“ sind.

Zwar bietet der französische Verlage seine aktuelle Ausgabe mittlerweile auch digital für iOS- und Android-Systeme sowie Windows Phone an. Trotzdem wollen viele Nutzer lieber eine Originalausgabe in gedruckter Form, wie sich auf Ebay zeigt. In Deutschland liegen die Preise für eine Ausgabe des Satiremagazins derzeit bei bis zu 130 Euro. Ein Verkäufer verlangt gar 850 Euro für sein Exemplar.

Der Zeichner Riss soll Nachfolger des bei dem islamistischen Anschlag in Paris getöteten Chefs der Satirezeitung „Charlie Hebdo“, Charb, werden. Der bei dem Anschlag vom 7. Januar an der rechten Schulter verletzte Riss – mit bürgerlichem Namen Laurent Sourisseau – werde das Krankenhaus am Dienstag verlassen und in der Folge die Leitung der Satire-Zeitung übernehmen, verlautete am Montag aus der Redaktion.

Der 48-jährige Riss war schon seit 2009 „Charlie Hebdo“-Redaktionsdirektor und leitete in dieser Funktion zusammen mit Charb die Satirezeitung. Für die am vergangenen Mittwoch eine Woche nach dem Anschlag erschienene „Charlie Hebdo“-Ausgabe „der Überlebenden“ zeichnete Riss vom Krankenhausbett aus zwei Karikaturen – wegen seiner Verletzung mit der linken Hand. Vor der nächsten Ausgabe will die Redaktion zunächst eine kurze Auszeit nehmen, die Satirezeitung erscheint voraussichtlich am 4. Februar wieder.

Die Redaktion des Satiremagazins, das mit seinen islamkritischen Karikaturen für Aufsehen gesorgt hatte, war Anfang Januar Opfer eines islamistischen Anschlags geworden. Zwölf Personen starben. Am 14. Januar, nur eine Woche nach dem Attentat, erschien das Magazin in millionenfacher Auflage. Auf dem Titel: der Prophet Mohammed. In Frankreich waren alle Exemplare binnen weniger Stunden ausverkauft, in muslimisch geprägten Ländern hingegen löste das Heft Proteste aus.

Lisa Hegemann
Lisa Hegemann
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " „Charlie Hebdo“: 30.000 neue Exemplare erwartet"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Na wenn Sie das sagen, muss es ja so sein.

  • süßer die Kassen nie klingeln als zu der Terrorzeit ....

  • http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/01/17/frankreich-killer-von-charlie-hebdo-anonym-beigesetzt/

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/01/19/ex-militaer-attentat-von-paris-war-militaerische-kommando-aktion/

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%