Chef des gemeinsamen Unternehmens kündigt Zukäufe an
Mobilcom und Freenet werden die Fusion überleben

Der Internet-Dienstleister Freenet und der Mobilfunk-Dienstleister Mobilcom stehen kurz vor dem Zusammengehen. Der neue Chef des dann fusionierten Unternehmens, Eckhard Spoerr, will die beiden Marken bestehen lassen und durch Zukäufe wachsen.

HB HAMBURG. „Es müssen aber Unternehmen zum Verkauf stehen und zu einem fairen Preis zu haben sein“, sagte er am Montag in Hamburg. Arcor beispielsweise stehe derzeit nicht zum Verkauf. Derzeit lägen bei Freenet und Mobilcom zusammen 338 Millionen Euro an liquiden Mitteln bereit. „Tendenz steigend“, sagte Spoerr. „Das Geld möchte ich wachstumsbringend einsetzen“, fügte er hinzu. „Wenn man das Geld nicht über einen langen Zeitraum investieren kann, dann gehört es den Aktionären“, sagte Spoerr auf die Frage nach einer möglichen Sonderdividende.

Ende August sollen die Aktionäre von Freenet und Mobilcom über die Fusion abstimmen. Der Mobilfunkdienstleister Mobilcom hält an dem zweitgrößten deutschen Internetanbieter Freenet 50,4 Prozent der Anteile.

„Beide Marken und Geschäftsfelder sollen erhalten bleiben“, betonte Spoerr. „Ich sehe darin einen Vorteil, wir sind ja in keiner Konkurrenzsituation.“ Derzeit hätten beide Unternehmen zusammen 13 Millionen Kundenverhältnisse, einige Kunden seien auch bei beiden Unternehmen. Beide Marken könnten eine einheitliche Strategie entwickeln. „Das ist mit Sicherheit wertfördernd“, sagte Spoerr. Aus der Nutzung der Verlustvorträge von Mobilcom für Freenet könne in den nächsten Jahren ein steuerlicher Vorteil von 25 Millionen Euro entstehen, fügte er hinzu.

Beide Unternehmen sollen zudem auf Sparpotenziale hin geprüft werden. Es gebe durch die geplante Fusion nicht allzu viele Synergieeffekte bei den Kosten. Einsparungen bei Personalkosten seien aber nicht ausgeschlossen.

Einen „dramatischen Strategiewechsel“ will Spoerr nicht vollziehen. Das Unternehmen werde sich weiter auf das Wachstum bei der Breitband-Leitungstechnik DSL konzentrieren, sagte er. Es werde aber überlegt, ob man mit Mobilcom wieder im Festnetz aktiv werde, fügte er hinzu.

Spoerr soll zunächst ab dem 1. September neben seiner Chefposition bei Freenet Vorstandsvorsitzer bei der Muttergesellschaft Mobilcom werden, bevor er die Leitung des fusionierten Unternehmens übernimmt. Vorangetrieben hatte die Verschmelzung der scheidende Mobilcom-Chef Thorsten Grenz.

Die neue Firma soll zwischenzeitlich Freenet.de AG heißen; welchen Namen sie letztlich tragen soll, steht nach Spoerrs Worten noch nicht fest. „Vielleicht mit Bindestrich“, sagte er.

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