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26.08.2008 
CCTV

Chinas Staatsfernsehen sahnt kräftig ab

von Andreas Hoffbauer

Wer in den vergangenen Wochen durch die chinesischen TV-Kanäle zappte, landetet immer wieder bei Olympia. Vor allem der Staatssender CCTV bot mit seinen 16 Kanälen ein olympisches Dauerfeuerwerk. Bei internationalen Marken war er darum für Werbeschaltungen während der Spiele äußerst beliebt - aber auch kostspielig.

PEKING. CCTV ist der einzige Sender, der im gesamten Land zu empfangen ist und der direkt der Regierung in Peking untersteht.

"Olympia total" wurde lange vorbereitet. Bereits im vergangenen Jahr war das 5. Programm von CCTV in "Olympia-Kanal" umgetauft worden. Vor allem dieser Sender war darum bei internationalen Marken für Werbeschaltungen während der Spiele beliebt - und kostspielig. Die CCTV-Werbeminute verteuerte sich nach Angaben der Medienagentur R3 in Peking zu den Spielen um das 200- bis 400-Fache.

Für CCTV sei Olympia mit Blick auf die Umsätze auf jeden Fall die "Trendwende", meint Martin Sorrell, Chef der internationalen Werbeagentur WPP. Der Umsatz von CCTV legte dieses Jahr bereits um ein Drittel zu und wird nach Schätzungen von Experten auf 2,5 Mrd. Dollar steigen. Erst 2002 hatte der Umsatz des Staatssenders die Milliardengrenze erreicht.

Mit dem "Olympia-Effekt" werde sich der ohnehin schon rasant wachsende chinesische Werbemarkt noch schneller entwickeln, ist auch Mark Patterson, Asienchef der WPP-Tochter GroupM, überzeugt. Die Agentur vertritt in China Firmen wie Ford, Unilever, Procter & Gamble und unter anderem auch Olympia-Sponsoren wie Lenovo oder Haier.

Vor allem internationale Marken - allen voran die beiden deutschen Olympia-Sponsoren Adidas und Volkswagen - haben in den vergangenen Wochen versucht, ihre Werbung zur besten Sendezeit im chinesischen Staatsfernsehen zu platzieren. China sei der Markt der Zukunft, heißt es bei den Unternehmen, die ihre olympischen Werbebudgets aber nicht preisgeben.

Allein die Eröffnungsfeier verfolgten weltweit 1,2 Milliarden Menschen vor dem Fernseher - davon zwei Drittel in China. Aus Peking wurden insgesamt 5 000 Stunden Olympia übertragen - dreimal so viel wie aus Athen 2004. Nach Angaben der Marktforscher von Nielsen Media Research haben 96 Prozent aller chinesischen Haushalte zumindest einen kleinen Teil der olympischen Spiele auf CCTV verfolgt.

Für den Staatssender war Olympia damit das große Geschäft. Zumal Chinas Topsender die Olympiarechte spottbillig bekommen hat. Für die Übertragungsrechte zahlen mussten die chinesischen Fernsehmanager nur einen nicht näher bezifferten Anteil an 17,5 Mill. Dollar, die die Asiatische Rundfunk-Union (ABU) insgesamt für die olympischen TV-Rechte auf den Tisch legen musste. Die olympischen Werbeeinnahmen für CCTV sollen laut Schätzungen bei 396 Mill. Dollar liegen.

An CCTV komme nach Olympia in China kaum einer mehr vorbei, sagen Werbeexperten. Das gilt nicht nur für das klassische Fernsehen. Auch im Internet war CCTV.com alleiniger offizieller Anbieter der Sommerspiele 2008. Allein 22 Millionen Videoclips sind nach Angaben des IOC bereits angeschaut worden. China hat mit rund 260 Mill Internetnutzern die größte Onlinegemeinde der Welt.

Einen erbitterten Kampf hatte es auch unter den Internetportalen gegeben, wer die Olympiaseite 2008 präsentieren durfte. Am Ende siegte das chinesische Internetportal Sohu.com, das rund 30 Mill. Dollar dafür bezahlt haben soll.

Die TV-Vermarktung von Olympia in China hat inzwischen selbst beim IOC Fragen aufgeworfen. Die Olympiamacher haben nichts dagegen, wollen künftig aber daran besser mitverdienen. So sollen mit CCTV künftig eigene Verträge abgeschlossen werden, kündigte IOC-Marketingdirektor Timo Lumme in Peking an. Die Rechte für den chinesischen Staatssender dürften dann bei mindestens 100 Mill. Dollar liegen. Mit Blick auf den jüngsten "Olympia-Effekt" ist das ein noch immer zu verkraftender Betrag.

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