Chinesisches Online-Auktionshaus
Internet-Riese Alibaba plant Mega-Börsengang

Mit der Börse in Hongkong konnte sich Chinas Internetprimus Alibaba offenbar nicht einigen, deshalb soll der Börsengang in New York stattfinden. Es handelt sich um die größte Börsenemission seit dem Facebook-Börsengang.
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HongkongDer chinesische Internet-Riese Alibaba will Insidern zufolge in den USA an die Börse gehen. Mit einem Volumen von über 15 Milliarden Dollar wäre es der größte Börsengang seit Facebook im vergangenen Jahr. Alibaba – ein Online-Händler mit angeschlossenem Auktionshaus – wollte eigentlich in Hongkong seine Aktien an den Markt bringen. Die Nachrichtenagentur Reuters erfuhr nun am Mittwoch aus Unternehmenskreisen, dass die Diskussionen mit dem Börsen-Betreiber in Hongkong und den zuständigen Aufsichtsbehörden gescheitert seien.

Alibaba-Gründer Jack Ma und sein Top-Management können bei einem Listing in New York ihren Einfluss besser sichern, wie das auch die Eigner von Google und Facebook gemacht haben. Das funktioniert in den USA über zwei verschiedene Aktiengattungen: Die Gründer können einerseits sogenannte A-Aktien an die Börse bringen und damit Investoren an Bord holen, andererseits B-Aktien behalten, die ihnen weiter überproportional viele Stimmrechte sichern. Alibaba und die Börse in Hongkong lehnten eine Stellungnahme zu den Reuters-Informationen ab.

Alibaba käme nach einem 15-Milliarden-Börsengang auf einen Firmenwert von bis zu 120 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Facebook hat bei seinem Sprung auf das Parkett 16 Milliarden Dollar eingenommen. Die Aktie des weltgrößten Online-Netzwerks war zunächst abgestürzt, hat mittlerweile dank steigender Werbe-Erlöse auf Smartphones und Tablets aber den Ausgabekurs deutlich überstiegen und kommt auf einen Börsenwert von rund 115 Milliarden Dollar.

Der Alibaba-Börsengang dürfte auch für viele beratende Banken ein lukratives Geschäft werden. Ihnen winken Provisionen von mehr als 200 Millionen Dollar. Sie stehen gerade bei Alibaba-Gründer Ma Schlange, um für sich zu werben. Das chinesische Unternehmen wächst rasant. Nach Yahoo-Angaben stieg der Alibaba-Quartalsumsatz zuletzt um 71 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar. Der Gewinn verdreifachte sich nahezu auf 669 Millionen Dollar. Gründer Jack Ma hält noch gut sieben Prozent an Alibaba. Der japanische Mobilfunk-Konzern Softbank ist mit 35 Prozent an den Chinesen beteiligt. Zuvor hatte der Internet-Riese Yahoo lange Zeit eine Beteiligung von 40 Prozent, stieg aber teilweise aus, um den Weg für einen Börsengang freizumachen. Mit dem restlichen Anteil von gut 20 Prozent wird Yahoo von einer Aktienplatzierung profitieren. Derzeit wird Alibaba von einem „Partner-Komitee“ gesteuert, dem Ma und seine Vertrauten angehören, aber keine Vertreter von Softbank oder Yahoo.

Die 1999 gegründete Plattform Alibaba.com wird vor allem von kleineren und mittelständische Unternehmen genutzt, um Waren aus asiatischen Ländern einzukaufen. Das Unternehmen dürfte von Anfang an ein Schwergewicht an der Börse werden. Auch die Aktienplatzierung könnte nach bisherigen Schätzungen zu den größten gehören: Im Sommer hielten Analysten ein Volumen von 100 Milliarden Hongkong-Dollar (rund 13 Milliarden US-Dollar) für möglich.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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