Chinesisches Unternehmen greift Wettbewerber mit niedrigen Preisen an
Telekomausrüster Huawei plant weltweite Expansion

Der Name ist für europäische Zungen kaum auszusprechen – er wird dennoch bald in aller Munde sein: Huawei, gesprochen Wawei, gilt als der am schnellsten wachsende chinesische Telekommunikations-Ausrüster. Das Unternehmen will vor allem im Ausland weiter zulegen und versucht deshalb, mit aggressiven Preisen Marktanteile zu gewinnen.

HB SHENZHEN.Der chinesischen Netzwerkausrüster ist bereits in 90 Ländern der Erde vertreten, von Pakistan und Indien über Oman und Algerien bis zu Großbritannien und Kanada. Die chinesischen Telekommunikationsausrüster drängt es schon seit einiger Zeit auf den Weltmarkt, den das internationale Geschäft zum Schlüssel für den Umsatz geworden.

Den Grund sehen Analysten darin, dass der heimische Markt für die Chinesen relativ unattraktiv geworden sei. Chinas bestehenden Mobilfunknetze wurden weitgehend von ausländischen Firmen aufgebaut, die auch bei der bevorstehenden Einführung der Netze der dritten Generation einen erheblichen Anteil bekommen dürften. In Übersee sind zudem „die Gewinnspannen rund zehn Prozent höher“ als bei Verträgen mit chinesischen Mobilfunkfirmen, sagt Marvin Lo, Analyst bei BNP Paribas Peregrine.

Huawei erzielt bereits heute 61 Prozent seines Umsatzes im Ausland. Nach eigenen Angaben legte der Konzern beim weltweiten Umsatz im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahr 85 Prozent auf 33 Mrd. Yuan (etwa 3,34 Mrd. Euro) zu. Für den chinesischen Unternehmensberater Song Xinyu ist Huwei ein positives Beispiel für eine geordnete Expansion. Huawei plane sehr langfristig und „kauft nur, was wirklich zur eigenen Entwicklung passt.“

Das Unternehmen mit Sitz in Shenzhen nördlich von Hongkong wurde erst 1988 von dem Vorstandsvorsitzenden Ren Zhengfei gegründet. Zhengfei, ein ehemaliger Offizier, konnte dank seiner Militärkontakte zunächst vor allem in diesem Bereich punkten und anschließend Regierungsaufträge für die Telekom-Erschließung ergattern.

Mit seiner Auslandsstrategie hat es Huawei auf die wichtigsten US-Konkurrenten Cisco und Lucent abgesehen. Deren Preise unterbietet Huawei etwa um ein Drittel. Konkurrenten werfen dem Herausforderer vor, Technologien zu kopieren. Cisco hat Huawei im Januar 2003 wegen Raubkopien verklagt. Die Amerikaner zogen später die Klage zurück, als Huawei die Produkte vom Markt nahm, ohne ein schuldhaftes Handeln einzuräumen.

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