Chipanlagenbauer
Aixtron sammelt 100 Millionen Euro ein

Aixtron steht unter Druck: Die Nachfrage ist schwach, die jährlichen Kosten müssen noch reduziert werden. Jetzt ist zumindest frisches Kapital geflossen – das in die Zukunft des Unternehmens investiert werden soll.
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DüsseldorfDer angeschlagene Chipanlagenbauer Aixtron hat frisches Kapital eingesammelt, um sich Spielraum für Zukäufe sowie Forschung und Entwicklung zu verschaffen. Rund 100 Millionen Euro flossen über eine Kapitalerhöhung in die Kassen, wie die Aachener Firma am Donnerstag mitteilte. Die im TecDax gehandelten Titel standen unter Druck und notierten mit 10,13 Euro rund zwei Prozent im Minus.

Wegen der schwachen Nachfrage nach Anlagen zur Herstellung von Leuchtdioden-Halbleitern steht Aixtron - wie US-Konkurrent Veeco - seit längerem unter Druck. Im dritten Quartal schaffte der Konzern nur dank Sondereffekten einen Betriebsgewinn (Ebit) von 2,9 Millionen Euro, wie das Management mitteilte. Ohne diese ergab sich ein operativer Verlust von 9,2 (Vorjahr: minus 78,3) Millionen Euro. Der Umsatz brach um 26 Prozent auf 46,2 Millionen Euro ein, der Auftragseingang stieg nur leicht auf 35,7 (34,5) Millionen Euro.

„Die Auftragslage ist noch verhalten, wir nutzen aber die Zeit, um das Unternehmen weiter an die aktuellen Marktgegebenheiten anzupassen", sagte Aixtron-Chef Martin Goetzeler. Aixtron sei auf einem guten Weg, die jährlichen Kosten um rund 20 Prozent zu reduzieren. Das Unternehmen hatte unter anderem angekündigt, in Deutschland mindestens jede fünfte der 550 Stellen zu streichen.

Eine genaue Prognose wagt Aixtron weiterhin nicht. Das Management stellte lediglich in Aussicht, im vierten Quartal 2013 mehr umzusetzen als im dritten. Nach den Restrukturierungen sieht Goetzeler die Gewinnschwelle bei einem Umsatz von 250 Millionen Euro erreicht. 2012 hatte Aixtron 227 Millionen Euro erlöst und einen Nettoverlust von 145,4 Millionen Euro verbucht.

Leuchtdioden sind weltweit auf dem Vormarsch. Sie sind langlebig und energiesparend und kommen seit längerem in der Unterhaltungelektronik, Automobilindustrie und bei der industriellen Beleuchtung zum Einsatz. Nach dem Aus der Glühbirne erobern sie inzwischen auch die Wohnzimmer. China gilt als größter LED-Markt. Hier erhofft sich die Branche den Startschuss für die Massenproduktion.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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