Chipausrüster
ASML übernimmt Cymer für Milliardensumme

Der weltgrößte Chipausrüster ASML will mit dem Erwerb des US-Lithografie-Spezialisten Cymer die Entwicklung neuer Herstellungsverfahren beschleunigen. Dafür kaufen die Niederländer einen langjährigen Kunden auf.
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AmsterdamDer weltgrößte Chipausrüster ASML unternimmt mit dem Milliardenkauf des US-Laserherstellers Cymer eine Schlüsselinvestition für die Entwicklung neuer Technologien. Die Niederländer lassen sich das in Kalifornien ansässige Unternehmen knapp zwei Milliarden Euro kosten. Wie ASML am Mittwoch mitteilte, wird Cymer die Entwicklung von neuen Fotolithografie-Verfahren (EUV) beschleunigen, die dazu dienen, kleinere und effizientere Halbleiter für künftige Smartphones und Tablets zu produzieren. Der Zukauf überlagerte die Bilanz des dritten Quartals, die nur mäßig ausfiel. Der Gewinn lag mit 275 Millionen Euro unter den Erwartungen. ASML machte keine Angaben zur Entwicklung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, zum Vorquartal ergibt sich ein Minus von knapp sechs Prozent. Zudem blieb der Konzern einen Ausblick fürs kommende Jahr schuldig.

ASML und Cymer arbeiten vor allem bei der EUV-Technologie seit langem eng zusammen. Wegen der bestehenden Kooperation sei der Kauf nur ein logischer Schritt, teilten die Niederländer mit. Das Geschäft soll in der ersten Jahreshälfte 2013 abgeschlossen werden. Der Kauf erfolgt über Bar- sowie Aktienzahlung. Der Gesamtpreis entspricht einem Aufschlag von 61 Prozent auf den durchschnittlichen Cymer-Aktienkurs der vergangenen 30 Tage. Analyst Jos Versteeg von Theodoor Gilissen nannte dies happig. Rabobank-Kollege Philip Scholte bezeichnete den Kauf als teure Möglichkeit, die EUV-Entwicklung zurück auf Kurse zu bringen. Die Aktie fiel in Amsterdam 2,6 Prozent.

ASML gilt als Konjunkturindikator in Europas Tech-Branche. Den Niederländern zufolge werden vor allem Speicherchips weniger nachgefragt. Wegen der schwachen Weltwirtschaft entschieden sich viele Kunden für günstigere Modelle, um damit ihre Smartphones und Tablets auszustatten, sagte ASML-Finanzchef Peter Wennink. Zu den größten Kunden des Konzerns gehört Intel, die mit zehn Prozent an ihrem Zulieferer beteiligt sind. Der US-Chipkonzern verhagelte Anlegern am Dienstagabend mit einem schwachen Ausblick die Stimmung. Intel begründete dies mit dem rückläufigen PC-Absatz.

Für das dritte Geschäftsquartal gab ASML einen Umsatz von 1,23 Milliarden Euro bekannt. Von Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro erwartet. Für das vierte Quartal geht der Konzern weiter davon aus, dass der Umsatz mehr als eine Milliarde Euro betragen wird.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Oh wei, so viele sachliche Fehler in der Schlagzeile: "Der weltgrößte Chipausrüster ASML will mit dem Erwerb des US-Lithografie-Spezialisten Cymer die Entwicklung neuer Herstellungsverfahren beschleunigen. Dafür kaufen die Niederländer einen langjährigen Kunden auf."

    ASML ist nicht der weltgrößte Chipausrüster, das ist mit Abstand Applied Materials. "Weltgrößter" ist ASML nur als Lithografie-Hersteller.

    Damit ist ASML der "Lithografie-Spezialist" und nicht Cymer. Cymer ist nur Laserhersteller.

    Cymer ist ein langjähriger Lieferant von ASML und kein Kunde. Kleiner Unterschied :-)

    Mit freundlichen Grüßen
    Helmar Kraus

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