Chipbranche
Halbleiterhersteller NXP richtet Produktion in Deutschland neu aus

Der Halbleiterhersteller NXP Semiconductors, der aus der früheren Halbleitersparte von Philips hervorgegangen ist, richtet seine Fertigung zunehmend auf ertragsstärkere Produkte für die Automobilindustrie aus. Damit will das Unternehmen den deutschen Standort langfristig absichern. Dort bewegt sich NXP aber in einem schwierigen Wettbewerbsumfeld.

HAMBURG. „Wir wollen uns in Deutschland stärker auf Produkte fokussieren, die keinem hohen Margendruck unterliegen und die unsere Auslastung stabilisieren“, sagt Volker Kuckhermann, Vorsitzender der Geschäftsführung von NXP in Deutschland. Damit solle der Ertrag steigen. Zahlen nannte er nicht.

In Deutschland will NXP vor allem Halbleiter herstellen, die Autofahrern ein umfangreiches Infotainment-Angebot liefern. Dazu gehört der Empfang digitaler Inhalte über Audio- und Videogeräte. „Wir werden durch neue Produktangebote in der Sparte 2006 weltweit stärker als der Markt wachsen“, sagt der NXP-Chef. Weltweit legte der Halbleitermarkt für die Autoindustrie laut NXP um rund neun Prozent zu.

NXP Semiconductors hat hier zu Lande die weltweite Produktion von Halbleitern für die Automobilindustrie konzentriert und beliefert fast alle Automobilzulieferer. Das Unternehmen produziert ferner Chips für elektronische Wegfahrsperren sowie Signalgeber für die Reifendruck-Überwachung. NXP beschäftigt bundesweit mehr als 3 300 Mitarbeiter. Weltweit setzte NXP mit 37 000 Mitarbeitern 2005 4,8 Mrd. Euro um. Deutschland ist nach den Niederlanden die zweitgrößte Fertigungstochter des Halbleiterherstellers in Europa. NXP ist in zwanzig Ländern aktiv.

Mehrheitseigentümer von NXP sind fünf Investoren unter Führung von Kohlberg Kravis Roberts (KKR). Sie hatten erst im August mehr als 80 Prozent der Halbleitersparte des niederländischen Elektronikkonzerns Philips übernommen und in NXP Semiconductors umbenannt. Philips hatte sich entschlossen, die stark zyklischen Geschäftsfelder Halbleiter und Unterhaltungselektronik zurückzufahren und dafür die Sparten Medizintechnik, Licht und Haushaltsgeräte auszubauen.

NXP bewegt sich in Deutschland aber in einem schwierigen Wettbewerbsumfeld. „Wir rechnen 2006 in Deutschland auf dem Halbleitermarkt nicht mit Wachstum“, sagt ein Sprecher des Zentralverbands der Elektrotechnik und Elektroindustrie (ZVEI). Als Grund nennt er unter anderem die Insolvenz des Münchener Handyherstellers BenQ Mobile in Deutschland. In den ersten acht Monaten sank der Umsatz auf dem Halbleitermarkt um vier Prozent. Vor allem im Monat August brach der Umsatz gegenüber dem Vorjahresmonat um rund acht Prozent ein.

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