Chipbranche
Infineon bewertet Qimonda mit Null

Böse, böse: Nach massiven Verlusten hat der Hallbleiterhersteller Infineon sogar schon das gerade angelaufene Geschäftsjahr abgeschrieben. Hiobsbotschaften kommen sowohl aus eigenen Geschäftsbereichen wie auch von der Speicherchip-Tochter Qimonda. Die soll zwar weiter verkauft, aber nicht mehr verscherbelt werden – obwohl sie Infineon in die Tiefe reißen könnte.

HB MÜNCHEN. Der Halbleiter-Konzern sieht seine Speicherchip-Tochter Qimonda als wertlos an. „Der Buchwert von Qimonda ist jetzt Null“, sagte Finanzchef Marco Schröter am Mittwoch in München. Ein Quartal zuvor hatte Infineon seine Tochter noch zu 2,80 Dollar je Aktie in den Büchern stehen, der Kurs ist seitdem aber auf zuletzt 0,15 Dollar eingebrochen. Qimonda hatte am Montag angesichts der drastisch eingebrochenen Speicherchip-Preise vor der Möglichkeit einer Insolvenz binnen vier Monaten gewarnt.

Infineon erwartet keinen weiteren Einfluss seiner Speicherchip-Tochter aufs Ergebnis. „Da wird künftig eine Null stehen“, sagte Finanzchef Marco Schröter am Mittwoch in München zu den Erwartungen an das „nicht fortgeführte Geschäft“, wie es bei Infineon offiziell heißt. Der Konzern hat den Buchwert seiner Tochter auf Null gesenkt, allerdings auf einen Wertberichtigungsbedarf von zuletzt 187 Millionen Euro bei einer Trennung hingewiesen „im Zusammenhang mit unrealisierten Währungseffekten“

Infineon müht sich weiter, die chronisch defizitäre Qimonda zu verkaufen, hat aber seinen Plan B aufgegeben. „Angesichts des aktuellen Kursniveaus der Qimonda-Aktie ist Infineon der Ansicht, dass die Zuteilung der Qimonda-Aktien an Infineon-Aktionäre in Form einer Sachdividende keine sinnvolle Maßnahme mehr ist“, hieß es.

Qimonda droht der Zusammenbruch, sollte sich nicht rasch ein Käufer finden. Infineon, die noch 77,5 Prozent an seiner verlustreichen Tochter hält, will kein Geld mehr nachschießen und schließt ein Scheitern der Verkaufsgespräche nicht aus. „Es gibt keine Sicherheit, dass Infineon bei der Veräußerung seiner verbleibenden Qimonda-Anteile erfolgreich sein wird.“ Selbst im Erfolgsfall muss Infineon einen Verlust von 187 Millionen Euro hinnehmen, da dann bisher im Eigenkapital verbuchte Währungseffekte von Qimonda realisiert würden.

Der Verlust des Speicherchipherstellers betrug nach Angaben der Mutter im vergangenen Quartal gut eine halbe Milliarde Euro. Angesichts des Qimonda-Kurses von 14 US-Cent kam Infineon-Chef Peter Bauer von der Idee ab, die Qimonda-Anteile an seine Aktionäre zu verschenken. Er könne auch nicht garantieren, dass die Mutter wie geplant bis Februar die Mehrheit an der Tochter loswird.

Qimonda selbst hatte am Montag angekündigt, mit mehreren möglichen Partnern in Verhandlungen zu stehen und einen Abschluss bis Mitte Dezember anzustreben.

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