Chipbranche
Letzte Hoffnung Vierkern-Chip

Dem Chiphersteller AMD steht das Wasser bis zum Hals: Das Unternehmen kämpft seit drei Quartalen mit hohen Verlusten und musste zuletzt auch noch den Abgang seiner beiden Top-Verkäufer verkraften. Jetzt geht es im Duell mit seinem Erzrivalen Intel in die Offensive: Neue, besonders effiziente Prozessoren für Netzwerkrechner sollen den US-Konzern in die Erfolgsspur zurückführen.

BARCELONA. „Mit den neuen Vierkern-Prozessoren wollen wir massiv Marktanteile zurückgewinnen“, sagte der für das Tagesgeschäft zuständige Vorstand Dirk Meyer dem Handelsblatt am Montag in Barcelona. Die Server-Chips, die nach der spanischen Hafenstadt benannt sind, hat AMD am Montag erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt, nachdem sich die Entwicklung zuvor um ein Vierteljahr verzögert hatte.

Nach Ansicht von Branchenbeobachtern ist es die wichtigste Produkteinführung seit zwei Jahren, als AMD die letzte große Neuerung im Servergeschäft auf den Markt gebracht hat.

Damals war es den Kaliforniern gelungen, dem Rivalen Intel mit Prozessoren Marktanteile abzunehmen, die besonders wenig Strom verbrauchen. In kurzer Zeit gelang es AMD, ein Viertel des Marktes zu erobern. Inzwischen hat sich der Anteil nach Berechnungen der Marktforscher von Mercury Research allerdings wieder halbiert. Prozessoren sind das Gehirn eines jeden Rechners und gehören zu den wichtigsten Bauteilen der IT-Branche. Den Markt teilen sich im wesentlichen AMD und der US-Konzern Intel. Allerdings ist Intel, der weltweit führende Chiphersteller, deutlich größer und ungleich profitabler als AMD.

Intel kam durch die Erfolge von AMD im Jahr 2005 und zu Beginn des vergangenen Jahres massiv unter Druck. Als Reaktion darauf hat Intel-Chef Paul Otellini den Konzern letztes Jahr komplett umgebaut, 10 000 Jobs gestrichen und die Entwicklung neuer Produkte beschleunigt. Zudem hat er auf breiter Front die Preise gesenkt. Damit ist es dem Manager zuletzt gelungen, AMD in die Enge zu treiben. So lief bei AMD allein im zweiten Quartal ein Verlust von 600 Millionen Euro auf. Auch in den beiden Quartalen zuvor musste das Unternehmen tief rote Zahlen hinnehmen.

Intel dagegen strotzt vor Kraft. Das Geschäft läuft so gut, dass der Konzern am Montag seine Umsatzerwartungen für das laufende Quartal nach oben geschraubt hat. Das Unternehmen rechnet nun mit Erlösen von 9,4 bis 9,8 Milliarden Dollar. Bislang hatte Intel zwischen 9,0 und 9,6 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Zudem werde die Marge in der oberen Hälfte der bisherigen Prognose liegen. Intel begründete die guten Zahlen mit einer überraschend starken Nachfrage.

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