Chiphersteller begrenzt Verlust überraschend deutlich
AMD nähert sich der Gewinnschwelle

Der US-Chiphersteller Advanced Micro Devices (AMD) hat dank eines guten Grafikkartengeschäfts ein deutlich besseres Quartalsergebnis eingefahren als erwartet. Der Intel-Rivale konnte seinen Nettoverlust im dritten Quartal überraschend kräftig auf 67 Millionen Dollar eingrenzen.

HB DÜSSELDORF. Vor Jahresfrist hatte sich das Minus noch auf 396 Millionen Dollar belaufen. Vor Sonderposten wies AMD am Donnerstagabend einen Gewinn von 13 Cent je Aktie aus. Am Markt war hier ein Verlust von 39 Cent erwartet worden. Die AMD-Aktie legte nachbörslich zehn Prozent zu.

Einen wesentlichen Anteil an dem Ergebnis hatte die Grafikchipsparte ATI Technologies. AMD hatte ATI vor zwei Jahren für 5,4 Milliarden Dollar übernommen, bei der Integration bislang aber Schwierigkeiten. Nun zeigte ATI dank einer neuen Grafikkarten-Serie erstmals im AMD-Konzern Stärke und trug einen wesentlichen Teil zum Umsatzanstieg auf 1,78 Milliarden Dollar bei.

„Wir sind auf Kurs zu dem Unternehmen, das wir sein wollen“, sagte Konzernchef Dirk Meyer am Donnerstagabend in einer Telefonkonferenz. Meyer hatte das Ruder erst im Juli nach einem neuen Milliardenverlust übernommen. Dies dämpfte auch Befürchtungen etwas, die Branche könnte in Folge der Finanzkrise vor einer steilen Talfahrt stehen.

AMD gliedert die Chip-Fertigung gerade in eine eigene Gesellschaft aus. Das Emirat Abu Dhabi kommt mit einer Milliardenspritze als neuer Mehrheitseigner der Produktion an Bord. Mit dem Geld soll auch die Produktion in Dresden, einer der AMD-Hauptstandorte, ausgebaut werden. Durch die Abspaltung will AMD Kosten sparen und flexibler werden.

Im vierten Quartal rechnet der Chiphersteller, der seine Werke in eine Gemeinschaftsfirma mit arabischen Finanzinvestoren bis Jahresende ausgliedern will, mit einem unveränderten Umsatz. „Wir haben nicht vor, Marktanteil zu verlieren“, sagte Konzernchef Dirk Meyer. „Wir sind nur vorsichtig.“ Analysten zeigten sich mit den Zahlen zufrieden. Der Ausblick sei zurückhaltend aber angemessen, sagte Analystin JoAnne Feeney von FTN Midwest.

Intel hatte erst am Mittwoch für das dritte Quartal einen starken Gewinnsprung verkündet. Auf den Rest des Jahres blickt der Konzern wegen der Auswirkungen der Finanzkrise aber mit gemischten Gefühlen. AMD liegt mit Intel in erbitterten Wettbewerb-Streitigkeiten. Auch die EU wirft dem Branchenführer vor, den Konkurrenten auf illegale Weise blockiert zu haben.

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