Chiphersteller
Infineon legt schwarze Zahlen vor

Einige mögen die Hoffnung schon aufgegeben haben, dass Infineon je wieder Gewinn macht. Aber jetzt hat der Chiphersteller bewiesen, dass er doch noch schwarze Zahlen schreiben kann. Und das gelang vor allem dank der zuletzt arg gebeutelten Mobilfunksparte.

HB MÜNCHEN. Kurz vor dem Einstieg des Finanzinvestors Apollo kann der Halbleiterkonzern Infineon in seiner Mobilfunksparte mit dem ersten Gewinn seit Jahren aufwarten. In dem lange Zeit verlustträchtigen Segment seien im abgelaufenen dritten Geschäftsquartal auf operativer Basis 19 Mio. Euro verdient worden, teilte Infineon am Donnerstag überraschend mit. Auch im Industriechip-Geschäft und in kleineren Bereichen stand den Angaben zufolge ein Gewinn zu Buche.

Dagegen schrieb der Autozulieferbereich einen Verlust von 17 Mio. Euro, in den Zentralfunktionen fiel ein Minus von 13 Mio. Euro an. Rein rechnerisch erreichte Infineon damit einen operativen Gewinn von acht Mio. Euro. Allerdings machte der Konzern keine Angaben zu Sonderlasten, etwa Nachwirkungen der Pleite der Tochter Qimonda. Diese dürften das Unternehmen im vergangenen Quartal noch in die roten Zahlen gedrückt haben. Ende Juni hatte Infineon-Chef Peter Bauer selbst angekündigt, sein Haus werde operativ leicht unter der Gewinnschwelle bleiben. Der Konzernumsatz stieg im dritten Quartal nach vorläufigen Berechnungen gegenüber dem vorangegangen Vierteljahr wie zuletzt prognostiziert um 13 Prozent auf 845 Mio. Euro, lag aber noch immer 18 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Die endgültigen Quartalszahlen sollen am 29. Juli veröffentlicht werden.

An der Börse kamen die Teilergebnisse gut an. Die im Tec-Dax notierte Infineon-Aktie legte gegen Mittag gut zehn Prozent auf 3,45 Euro zu. „Die Zahlen waren besser als erwartet“, schrieb DZ-Bank-Analyst Harals Schnitz in einer ersten Einschätzung. Vor allem die Entwicklung im bereits verkauften Festnetzgeschäft und im Industriesegment sei bemerkenswert.

Infineon veröffentlichte die Zahlen kurz vor Beginn der Kapitalerhöhung, mit der der Finanzinvestor Apollo bei dem Unternehmen aus Neubiberg bei München einsteigen soll. Die Kapitalaufstockung, die rund 725 Mio. Euro in die klammen Kassen des Chipherstellers spülen soll, beginnt am 20. Juli und endet am 3. August. Ab dem 7. August steigt Apollo zum größten Einzelaktionär von Infineon auf. Den Plänen zufolge sollen die Amerikaner dann knapp 30 Prozent halten. Das Private-Equity-Unternehmen hat allerdings den Anspruch auf einen kompletten Rückzieher, sollte es im Zuge der Emission nicht auf einen Anteil von mindestens 15 Prozent an dem Halbleiterbauer kommen.

Infineon-Chef Bauer wertete sowohl die Kapitalspritze, die seinem Haus Staatshilfen erspart, als auch die Ergebnisentwicklung als ermutigende Zeichen. „Die anstehende Kapitalerhöhung ist ein zentraler Baustein unserer Refinanzierung. Zudem ist es Infineon gelungen, sich trotz eines sehr schwierigen Marktumfelds im abgelaufenen Quartal operativ deutlich zu verbessern“, sagte er. „Damit haben wir unsere jüngst angehobene Prognose nicht nur gehalten, sondern sogar übertroffen.“

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